Nach Schlaganfall

Neuer Biomarker für die Prognose entdeckt

Österreichische Forscher haben den Biomarker Plasma NGAL (Neutrophiles Gelatinase-assoziiertes Lipocalin) entdeckt, mit dem sich Therapieerfolg nach Apoplexie voraussagen lässt: Je höher der Level nach ischämischem Schlaganfall, desto schlechter die Prognose.

Veröffentlicht:

WIEN. Österreichische Forscher haben einen Biomarker identifiziert, der den Behandlungserfolg bei Apoplexie voraussagen lässt.

Konkret geht es um die Prognose, ob sich die funktionellen Ergebnisse der Betroffenen durch die Therapie gut oder weniger gut verbessern lassen.

Die Studie zum neuen Biomarker Plasma NGAL (Neutrophiles Gelatinase-assoziiertes Lipocalin) wurde beim 21. Weltkongress für Neurologie (WCN) in Wien vorgestellt.

"Schon eine ganze Reihe an zirkulierenden Entzündungs-Reaktanten sind als Biomarker bei ischämischem Schlaganfall identifiziert worden, aber noch keine Studie konnte bislang den zusätzlichen Nutzen nachweisen, den zirkulierende entzündungsassoziierte Proteine als mögliche Prognose-Instrumente haben. Den konnte unser Team jetzt zeigen", wird Privatdozent Dr. Thomas Seifert-Held von der Medizinischen Universität Graz in einer Mitteilung zum Kongress zitiert.

Daten von 46 Patienten analysiert

Für die Studie wurde das Plasmalevel von NGAL bei 46 Patienten gemessen, die eine Woche zuvor einen Schlaganfall erlitten hatten.

90 Tage danach wurden die Proteinlevels erneut untersucht und dabei in Beziehung gesetzt mit möglichen Infektionen nach der Erkrankung sowie mit den Ergebnissen der modifizierten Rankin-Skala (mRS).

Die mRS ist eine standardisierte Maßzahl, die das Ausmaß der Behinderung nach einem Schlaganfall beschreibt - je höher die Zahl, desto höher die funktionelle Beeinträchtigung eines Menschen, etwa durch Lähmungen, Gesichtsfeldverlust oder Sprachstörungen.

Je höher das Level zirkulierender Proteine eine Woche nach dem Schlaganfall ist, so die Studienergebnisse, desto höher sei auch der mRS-Wert drei Monate danach und desto schlechter stünden die Chancen der Patienten, nach Hirninfarkt wieder so leben zu können wie bisher, heißt es in der Mitteilung.

"Ein erhöhtes Vorkommen an zirkulierendem NGAL ist dabei mit dem Auftreten von Schlaganfall-assoziierten Infektionen verbunden", so Seifert-Held.

"Unsere Ergebnisse unterstützen die mögliche prognostische Bedeutung von Biomarkern, für die es immer mehr Hinweise gibt, weiter. Jetzt muss es in weiteren Untersuchungen darum gehen, den Biomarker mit der höchsten Sensitivität und Spezifität zu identifizieren." (eb)

Quelle: WCN Abstract Pekar et al, Plasma neutrophil Gelatinase-associated lipocalin and functional outcome in ischemic stroke (Journal of the Neurological Sciences, Volume 333, Supplement 1 , Page e171, 15 October 2013)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

ACC-Kongress

Vorhofflimmern: Kann ein Vorhofohrverschluss die Antikoagulation ersetzen?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche