Baden-Württemberg

AOK und MEDI ziehen Bilanz: Bessere Herzversorgung im Selektivvertrag

Viele Leistungserbringer im Rest der Republik blicken neidvoll auf das, was der Ärztebund MEDI und die AOK Baden-Württemberg seit Jahren vormachen: Gute ambulante Medizin ohne Budget.

Veröffentlicht:
Den Partnern der kardiologischen Selektivversorgung liegen auch Hinweise zur Verordnungssicherheit am Herzen.

Den Partnern der kardiologischen Selektivversorgung liegen auch Hinweise zur Verordnungssicherheit am Herzen.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Stuttgart. Dass die hausärztliche Selektivversorgung nicht nur Leistungserbringern mehr in die Kassen spült, sondern auch in Sachen Patient Outcomes besser als die Regelversorgung abschneidet, ist bekannt. In Baden-Württemberg, wo KV und AOK die HzV zuerst auf breiter Front zu etablieren vermochten, wird jetzt, im 15. Jahr, Bilanz auch für den angeflanschten Facharztvertrag zur Herzversorgung gezogen. Und die fällt geradezu überschwänglich aus.

„Eine bessere Versorgungssteuerung basierend auf passgenauen regionalen Strukturen mit strukturierten Therapiepfaden für relevante Indikationsbereiche“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, führe „nachhaltig zu Qualitätsvorteilen bei geringeren Kosten“. Der Vertrag werde auch noch „in den nächsten zehn Jahren Vorreiter in der ambulanten Kardiologie Deutschlands sein“.

„Verbindliche Steuerung“

Pro Quartal werden den Angaben zufolge fast 60.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Eine vom Innovationsfonds geförderte Evaluation habe „signifikant höhere Überlebensraten bei chronischer Herzinsuffizienz und KHK belegt“. Bereits nach zweijähriger Laufzeit hätten sich der fachärztlichen Selektivversorgung 267 vermiedene Todesfälle bei herzinsuffizienten und 343 bei KHK-Patienten zurechnen lassen.

Außerdem traten, heißt es weiter, „deutlich weniger Klinikaufenthalte und Liegezeiten“ im Vergleich zur Kontrollgruppe unter Regelversorgung auf. Effekte, die laut Studie vor allem „auf verbindliche Versorgungssteuerung, intensivere Patientenbetreuung, die Optimierung der Arzneimitteltherapie und höhere Qualitätsanforderungen an die beteiligten 246 Ärztinnen und Ärzte und ihre Angestellten“ zurückzuführen seien.

Budgetiert wird nicht

Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des ärztlichen Vertragspartners MEDI und selbst niedergelassener Kardiologe, hebt die zufriedenstellende betriebswirtschaftliche Dimension der Allianz hervor: „Anders als im Kollektivvertrag wird jeder Behandlungsfall vergütet, was eine dauerhaft intensivere ambulante Versorgung ermöglicht.“ Dabei kann auch leistungsseitig von Schmalspurmedizin keine Rede sein. Die Liste der Diagnose- und Therapieverfahren, mit denen über das sonst ambulant Übliche hinausgegangen wird, ist lang.

Unter anderem wurde etwa 2012 – „bundesweit erstmalig“ – vertraglich vereinbart, Ereignisrekorder zur Herzrhythmuskontrolle zu implantieren. 2017 folgte die Kostenträgerfreigabe für implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) sowie die kardiale Resynchronisationstherapie. Und seit vergangenem Jahr fänden ausdrücklich auch geschlechterspezifische Aspekte der Herzversorgung im Selektivvertrag Berücksichtigung. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Langjähriger Verbandschef meldet sich zurück

Werner Baumgärtner will bei Neuwahl des MEDI-Vorstands mitreden

Erfahrungen aus Baden-Württemberg

15 Jahre Facharztverträge: Patientenströme werden besser gelenkt

Kooperation | In Kooperation mit: AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

Lesetipps
Digitale Integration: In der elektronischen Patientenakte sollen sämtliche Befunde, Verordnungen und Behandlungsstationen eines Patienten gespeichert werden. Den mündigen Umgang damit, müssen viele erst noch lernen.

© Andrea Gaitanides / stock.adobe.com

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

Ein Arzt tröstet eine Patientin.

© Anastasiya / stock.adobe.com

Kollegialer Rat

Empfehlungen für das Überbringen schlechter Nachrichten