Neuer Opiat-Ersatz erschwert den Missbrauch

BERLIN (gvg). Mit der neuen Fixkombination aus Buprenorphin und Naloxon wird die Behandlung von Opiatabhängigen sicherer. Das Präparat dürfte es Ärzten leichter machen, den Patienten eine Tablettenration für zu Hause mitzugeben.

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Buprenorphin (Subutex®) wird in der Substitutionstherapie zunehmend angewandt, weil Opiatabhängige es gut annehmen. Da es ein partieller Agonist am Opiatrezeptor ist, tritt auch bei Überdosierung keine Atemdepression ein. Allerdings kommt es vor, dass Opiatabhängige die Substanz missbräuchlich intravenös injizieren. Sie wird deswegen gerne auf dem Schwarzmarkt gehandelt.

Die ab März in Deutschland verfügbare Fixkombination aus Buprenorphin und dem Opiatantagonisten Naloxon (Suboxone®) soll diesem Problem jetzt abhelfen. "Patienten, die noch andere Opiate konsumieren, bekommen durch die Naloxon-Komponente bei intravenöser Injektion Entzugssymptome", sagte Dr. Nicholas Lintzeris von der Universität Melbourne in Australien. Bei ordnungsgemäßer sublingualer Aufnahme dagegen wirkt Buprenorphin wie gewohnt, weil Naloxon auf diesem Weg nur zu einem sehr geringen Prozentsatz resorbiert wird.

Professor David Nutt aus Bristol in England betonte, dass es in der Anwendung keinerlei Unterschiede zwischen Buprenorphin und der neuen Fixkombination gibt. "Ärzte können die gleichen Dosierungen verwenden wie bei dem Monopräparat", sagte Nutt auf der von Essex Pharma unterstützten Veranstaltung. Verfügbar sind die beiden Dosierungen 2 und 8 mg, mit dann jeweils 0,5 und 2 mg Naloxon.

Ein wichtiger Vorteil der Fixkombination für die Kollegen besteht darin, dass sie den Patienten in Zukunft eher ihre Tablettenration für das Wochenende oder auch für eine ganze Woche mitgeben können. Denn durch den beigefügten Opiatantagonisten Naxolon ist die Gefahr des Missbrauchs verringert.



STICHWORT

Substitutionstherapie

2004 erhielten in Deutschland etwa 64 000 opiatabhängige Menschen eine Substitutionstherapie. Oberstes Ziel der Behandlung ist die Suchtmittelfreiheit. In einem Therapiekonzept arbeiten Ärzte, Psychologen, Soziologen und Sozialarbeiter eng zusammen. Die Suchtkranken erhalten vom Arzt ein Medikament, das die Entzugserscheinungen lindert, etwa Methadon, L-Polamidon oder Buprenorphin. Die Therapie vermindert die Raten von Kriminalität, Sterblichkeit und Begleiterkrankungen. (Quelle: www.bmg.bund.de)

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