Neuroleptikum-Dosis bei Schizophrenie sollte ausgereizt werden

WIEN (djb). Sprechen Patienten mit Schizophrenie auf das atypische Neuroleptikum Ziprasidon nicht ausreichend an, sollte vor einem Medikamentenwechsel zunächst die Dosierung bis zur Zulassungsgrenze von 160 mg pro Tag gesteigert werden. Zudem sollten die Patienten die Arznei zusammen mit einer kalorienreichen Mahlzeit einnehmen.

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Ziprasidon (Zeldox®) zeigt in hohen Dosisbereichen die beste therapeutische Wirksamkeit, hat Professor Peter Hofmann aus Graz berichtet. Die Dosis könne binnen zwei Tagen bis zur Höchstgrenze gesteigert werden, sagte Hofmann auf einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung in Wien.

Eine Meta-Analyse von zwei sechswöchigen Studien hat deutlich gemacht, dass es sich lohnt, den Spielraum zur Dosierung von Ziprasidon auszureizen. 540 Patienten mit Ausgangswerten von mindestens 60 Punkten auf der Skala PANSS× erhielten Ziprasidon in fixen Dosierungen von 40 bis 160 mg am Tag. Alle Dosierungen wirkten signifikant besser als Placebo, so Hofmann, der stärkste Effekt war jedoch bei einer Dosis von 160 mg pro Tag zu beobachten. Mit 40 mg am Tag verbesserte sich der PANSS-Gesamtwert um 10 Punkte im Vergleich zum Ausgangswert, mit 160 mg pro Tag nahm der Wert um 15 Punkte ab.

Viele Kalorien verbessern die Aufnahme des Wirkstoffs

Als weiteren Tipp empfahl Hofmann die Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit mit mindestens 500 Kalorien. Damit würden die höchsten Serumkonzentrationen des Wirkstoffs erzielt. Aktuelle Untersuchungen zur Pharmakokinetik hätten gezeigt, dass unabhängig vom Fettgehalt der Mahlzeit die hohe Kalorienzahl zu einer verbesserten Absorption mit geringen Schwankungen führt, berichtete Hofmann.

×PANSS steht für Positive and Negative Syndrome Scale. Die Skala hat max. 210 Punkte

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