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Option für Osteoporose-Kranke mit geringer Compliance

BERLIN (emk). Die intravenöse Applikation von Ibandronat alle drei Monate ist vor allem eine Alternative für Osteoporose-kranke Frauen, die eine orale Behandlung mit einem Bisphosphonat nicht vertragen. Eine gute Option ist die i.v.-Formulierung des Bisphosphonates auch dann, wenn die Compliance der Patientinnen, etwa aufgrund kognitiver Defizite, fraglich ist.

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Darauf hat Professor Johannes Pfeilschifter vom Evangelischen Lutherkrankenhaus in Essen auf dem Orthopäden-Kongreß in Berlin hingewiesen. Zu empfehlen sei die Fertigspritze mit Ibandronat (Bonviva®) außerdem bei Frauen mit Erkrankungen des Ösophagus wie Achalasie oder Strikturen. Die Substanz ist auch als Monatstablette zur Osteoporose-Therapie erhältlich.

Basis für die Zulassung von Ibandronat als Dreimonatsspritze waren die Ergebnisse der DIVA-Studie (Dosing IntraVenous Administration Study) bei mehr als 1300 Frauen mit Osteoporose in der Postmenopause. In der Studie wurde der Einfluß einer intravenösen Therapie mit dem Bisphosphonat im Vergleich zur täglichen oralen Behandlung mit der Substanz auf die Knochenmineraldichte untersucht, erinnerte Pfeilschifter.

Die i.v.-Applikation von 3 mg Ibandronat alle drei Monate hat die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Oberschenkelhals mindestens so stark erhöht wie die orale Therapie mit dem Bisphosphonat. Das hat Pfeilschifter bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline und Roche Pharma berichtet. Alle Patientinnen hatten eine Basisversorgung mit Kalzium und Vitamin D erhalten.

Die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule war mit der i.v.-Therapie nach einem Jahr um 4,8 Prozent und nach zwei Jahren um 6,3 Prozent gestiegen. Bei den Patientinnen, die täglich 2,5 mg Ibandronat oral eingenommen hatten, waren es 3,8 Prozent nach einem und 4,8 Prozent nach zwei Jahren. Auch bei der Entwicklung der Knochendichte an der Hüfte ergab sich jeweils ein Vorteil für die i.v.-Injektion. Und der Knochenstoffwechsel-Marker Serum-CTX war nach einem Jahr Therapie zu etwa 65 Prozent supprimiert.

Zur Verträglichkeit der Therapien: Lediglich grippeähnliche Symptome wie Gliederschmerzen und Müdigkeit traten mit der Ibandronat-Spritze signifikant häufiger auf als bei oraler Therapie (4,9 Prozent versus 1,5 Prozent). Gegebenenfalls könne hier ein Antiphlogistikum hinzugegeben werden, empfahl Pfeilschifter.



STICHWORT

Bisphosphonate

Bisphosphonate sind bereits seit etwa 30 Jahren verfügbar. Sie werden exklusiv auf der Oberfläche des Knochens angereichert und hemmen die Osteoklasten und damit den Knochenabbau. Solche Substanzen werden nicht nur bei Patienten mit Knochenmetastasen, Morbus Paget und Hyperkalzämie therapeutisch angewandt, sondern auch bei allen Formen der Osteoporose. Spongiöser und kompakter Knochen nimmt durch die Therapie gleichermaßen an Dichte zu. Der langjährige Einbau von Bisphosphonaten in die Knochensubstanz hat keinen klinisch relevanten negativen Einfluß auf die Qualität der Knochen. (eb)

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