Verdacht auf Prostata-Ca

PSA erhöht, Biopsie negativ: Was tun?

Männer mit erhöhtem PSA, deren Biopsie negativ ausfällt, sterben nur selten an Prostatakrebs. Ob ihnen mit weiteren Untersuchungen gedient ist, halten US-Forscher daher für fraglich.

Veröffentlicht: 13.01.2017, 16:03 Uhr
PSA erhöht, Biopsie negativ: Was tun?

Helfen weitere Untersuchungen bei erhöhtem PSA-Wert und negativer Biopsie.

© jarun011 / Fotolia

NEW YORK. PSA erhöht, Biopsie negativ: Wie mit Männern mit diesen häufigen Befunden weiter zu verfahren ist, darüber herrscht keine Einigkeit. Möglich wäre es, weitere Biomarker wie PCA3 und das TMPRSS2-ERG-Fusionsgen zu bestimmen oder aber eine MRT zu veranlassen. Allerdings ist nicht klar, ob sich die Überlebenschancen der Betroffenen dadurch verbessern ließen oder ob dies nicht zu Übertherapie beitrüge.

Forscher aus New York haben sich die Überlebensdaten der Teilnehmer des "Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial" noch einmal angesehen und geprüft, wie sich positive und negative Biopsieergebnisse in der Screeninggruppe im Vergleich untereinander und zur Kontrollgruppe prognostisch ausgewirkt haben (J Urol 2016, online 8. November). Von den mehr als 32.000 gescreenten Männern hatten rund 4000 ein positives Screeningergebnis: Ihr PSA-Wert überschritt die Marke von 4,0 ng / ml, der Prostatatastbefund war verdächtig oder es gab sonst eine Anomalie, die einen Krebsverdacht begründete. Bei rund 1200 dieser Männer wurde eine Biopsie vorgenommen, die bei 38 Prozent der Fälle ein Karzinom enthüllte und bei 62 Prozent negativ ausfiel.

In der knapp 13-jährigen Nachbeobachtungszeit der PLCO-Studie starben 1,1 Prozent der Männer nach negativer Biopsie an einem Prostata-Ca. Nach positiver Biopsie waren es 7,2 und in der Kontrollgruppe 0,4 Prozent. Für die Gesamtmortalität ergaben sich Anteile von 18,5 Prozent, 28 und 20 Prozent. Negative Biopsien nach positivem Screening steigerten die prostatakrebsspezifische Mortalität im Vergleich zur Kontrollgruppe um den Faktor 2,9. Positive Biopsien ließen diesen Wert auf 18,8 schnellen. Die Gesamtsterblichkeit war nach einer negativen Gewebeprobe nicht verändert, nach einer positiven Biopsie war sie um 61 Prozent erhöht. Die absolute Differenz in der prostatakrebsspezifischen Mortalität zwischen der Gruppe mit negativen Biopsien und den Kontrollen betrug 0,734 je 1000 Personenjahre. Der Unterschied zwischen der Gruppe mit negativen und jener mit positiven Biopsien lag bei 6,059 je 1000 Personenjahren. Die Inzidenzrate für Prostatakrebs erreichte bei den Männern mit negativer Biopsie einen Wert von 25,2 je 1000 Personenjahre, in der Kontrollgruppe lag die Inzidenz bei 9,6 je 1000 Personenjahre. Die Raten für klinisch signifikanten Krebs betrugen 9,2 und 5,0 je 1000 Personenjahre. "Nach einer negativen Biopsie laufen Männer, die mit traditionellen Markern und Biopsietechniken nachuntersucht werden, relativ geringe Gefahr, an Prostatakrebs zu sterben", so das Fazit von Patrick Lewicki und Kollegen vom Weill Cornell Medical College. Dies lasse vermuten, dass neuere diagnostische Interventionen nur ein begrenztes Potenzial besäßen, die Überlebensraten dieser Patientengruppe zu verbessern. (rb)

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