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Plädoyer für zügige Umsetzung der Meningokokken-Impfempfehlung

MÜNCHEN (wst). Jeder zehnte Patient mit invasiver Meningokokken-Infektion stirbt daran. Seit kurzem rät daher die Ständige Impfkommission (STIKO), Kleinkinder gegen Meningokokken C zu impfen. Dr. Markus Knuf aus Mainz appelliert an Kollegen, die Empfehlung jetzt umfassend umzusetzen.

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Kinder haben oft unspezifische Symptome, die meist aber unbedeutend sind, wie hohes Fieber, Kopfweh, Übelkeit, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit. Tückischerweise beginnt eine zwar sehr seltene, aber gefährliche invasive Meningokokken-Infektion nicht anders, betont der pädiatrische Intensivmediziner von der Universitäts-Kinderklinik in Mainz.

Meningitiszeichen oder Petechien, die relativ spezifisch auf eine invasive Meningokokken-Meningitis oder -Sepsis hinweisen, fehlen oft bei Kleinkindern ganz. Oder sie treten erst auf, wenn es für eine kausale Therapie schon zu spät ist, betonte Knuf bei einem Pressegespräch des Unternehmens Novartis Behring in München. Zwar sind Penicillin und andere Antibiotika hochwirksam gegen Meningokokken. Wenn sich die Keime aber über das Blut ausbreiten, können sie eine Immunkaskade anstoßen, die entgleist und zu einer Sepsis führt. "Dagegen haben wir bislang nur wenige Therapiemöglichkeiten", sagte Knuf.

Nach seinen Angaben sterben bei invasiven Meningokokken-Infekten trotz Intensivmedizin acht (bei Serotyp B) bis zwölf Prozent (Serotyp C) der Patienten. Zehn bis 20 Prozent bekommen zudem Folgeschäden wie Anfallsleiden, Störungen der Liquor-Zirkulation, verstümmelte Extremitäten oder Hörverlust.

Die STIKO rät daher, alle Kleinkinder ab dem vollendeten 12. Lebensmonat gegen Meningokokken des Serotyps C zu impfen (etwa mit Menjugate® Kit). Ein Impfstoff gegen den in Deutschland häufigsten Serotyp B gibt es allerdings noch nicht.

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