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Pollenflug - oft intensive Asthmatherapie nötig

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WIESBADEN (ikr). Asthmatiker sollten nicht mehr streng nach dem Stufenschema, sondern nach dem Grad der Asthmakontrolle behandelt werden. Das ist gerade jetzt in der Pollensaison wichtig, da sich der Schweregrad der Erkrankung in dieser Zeit häufig verstärkt und deshalb die Therapie intensiviert werden muss.

Außerhalb der Pollensaison hätten viele Patienten lediglich ein intermittierendes Asthma, sagte Professor Roland Buhl aus Mainz beim Internisten-Kongress. Daher benötigten sie in dieser Zeit nur eine Bedarfsmedikation mit rasch wirksamen Beta-2-Mimetika. Während der Pollensaison dagegen brauchten sie häufig auch eine antientzündliche Dauertherapie, etwa mit einem inhalativen Kortikoid (ICS) oder mit einer Kombination aus einem ICS und einem langwirksamen Beta-2-Mimetikum.

Als kontrolliert gilt ein Asthma nach Angaben des Pneumologen, wenn die Patienten höchstens zweimal pro Woche tagsüber Symptome, nachts aber keine Beschwerden haben, wenn ihre Lungenfunktion normal ist (FEV1 über 80 Prozent des Sollwertes) und es nicht zu Exazerbationen kommt. Buhl: "Nach Studiendaten haben Patienten mit schlechter Asthmakontrolle häufiger Asthma-Anfälle als solche mit guter Kontrolle, und die Lungenfunktion nimmt im weiteren Verlauf der Krankheit stärker ab."

Der Mainzer Kollege plädiert dafür, bei der Ersttherapie gleich mit einer Kombination aus einem ICS und einem Beta-2-Mimentikum einzusteigen. Damit seien 80 bis 90 Prozent der Patienten ausreichend behandelt, und man riskiere nicht, sie durch eine anfängliche Unterversorgung zu verlieren, sagte Buhl zur "Ärzte Zeitung".

Wenn das Asthma über drei Monate mit der Kombitherapie ausreichend kontrolliert ist, könne die Therapie gelockert werden. Nach den derzeitigen Studienergebnissen sei es ratsam, zunächst die Kortikoiddosis zu reduzieren und das langwirksame Beta-Mimetikum weiter zu geben. Erst wenn die Patienten damit über drei Monate gut eingestellt seien, könne eine Monotherapie mit einem ICS versucht werden.

Bei Patienten, die gleich von der Kombitherapie auf eine ICS-Monotherapie umgestellt werden, verschlechtert sich nach Angaben des Pneumologen oft die Lungenfunktion. Dann seien die Patienten mit diesem Vorgehen nicht so zufrieden. Nach der Pollensaison könne man dann in manchen Fällen zur Bedarfsmedikation mit rasch wirksamen Beta-2-Mimetika zurückkehren.

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