Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Studie über Sekundärprävention von Darmpolypen

Prävention mit Nebeneffekt

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

Die sekundäre Chemoprävention von Dickdarmpolypen und damit möglicher Vorstufen von kolorektalen Karzinomen ist in einer Reihe von Studien untersucht worden. Im Fokus standen dabei nicht zuletzt Kalziumpräparate. Die Studien gingen mal so, mal so aus. Wo die Prävention mit Kalzium wirksam war, betrug die Reduktion etwa zwanzig Prozent.

Folgt man den Ergebnissen einer aktuellen Studie, hat die Kalziumgabe zur Adenomprävention nicht nur vorbeugende Effekte: Bei Patienten, die nach Entfernung eines Adenoms im Kolorektum ihre Ernährung prophylaktisch mit Kalzium ergänzt hatten, war sechs bis zehn Jahre nach Beginn der Supplementation das Risiko für sessile serratierte Polypen sogar erhöht.

Dabei handelt es sich um Vorläuferläsionen des sogenannten serratierten Karzinogenesewegs – womöglich ein Hauptpfad zu den berüchtigten Intervallkarzinomen.

Die deutsche Leitlinie zum kolorektalen Karzinom spricht Kalzium die präventive Wirkung in der Sekundärprophylaxe, Adenome betreffend, nicht rundweg ab. Sie hält aber die Reduktionsrate für zu gering, um eine längerfristige Einnahme zu rechtfertigen.

Die Befunde zum erhöhten Risiko für sessile serratierte Polypen nach Kalziumsupplementation geben keinen Anlass, an dieser Empfehlung zu rütteln.

Lesen Sie dazu auch: Neuerliche Darmpolypen verhindern: Kalzium hat nicht nur vorbeugende Wirkung

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben

Eine ältere Frau fässt sich mit den Händen ins Gesicht

© Miriam Kunz

Interview

Schmerzen bei Demenz-Patienten: Welche Fallstricke lauern in der Diagnostik?

Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose