Direkt zum Inhaltsbereich

Protease-Hemmer wird auch für Kinder entwickelt

TORONTO (awa). Der Proteasehemmer (PI) Tipranavir erweitert die häufig eingeschränkten Therapie-Optionen bei bereits stark behandelten HIV-Patienten. Bei vielen kann die Viruskonzentration wieder unter die Nachweisgrenze sinken. Jetzt wird eine Lösung zum Einnehmen für bereits behandelte HIV-infizierte Kinder entwickelt.

Veröffentlicht:

Seit Ende 2005 ist der nicht-peptidische Proteasehemmer Tipranavir (Aptivus®), verstärkt mit niedrigdosiertem Ritonavir (Tipranavir/r), für die HIV-Therapie bereits behandelter erwachsener Patienten zugelassen, wenn deren Viren gegen die herkömmlichen PI resistent sind.

Grundlage der Zulassung waren die beiden gleich angelegten jetzt veröffentlichten Phase-III-Studien RESIST-1 und RESIST-2 (Lancet, 2006, 368, 466). Nach den Ergebnissen war Tipranavir/r auch nach 48 Wochen Behandlung dauerhaft wirksam und den anderen verstärkten Proteasehemmern überlegen (wir berichteten). Daran erinnerte Professor Pedro Cahn aus Buenos Aires in Argentinien auf der Welt-Aids-Konferenz in Toronto in Kanada.

Zur Erinnerung: Die eine Hälfte der 1483 Patienten, die bereits mit Substanzen aus mindestens drei Klassen behandelt waren, erhielten Tipranavir/r, und die anderen erhielten andere Ritonavir-verstärkte PIs, jeweils zu einer optimierten Kombinationstherapie.

Innerhalb von 48 Wochen sank die Virus-Konzentration bei den Patienten mit Tipranavir/r im Vergleich zur Kontrollgruppe stärker (um 1,14 im Vergleich zu 0,54 Log-Stufen). Jeweils doppelt so viele Patienten erreichten eine Viruskonzentration unter 400 und unter 50 HIV-RNA-Kopien/ml (30 versus 14 Prozent und 23 versus 10 Prozent).

Cahn berichtete auf einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim auch, daß Tipranavir/r als Lösung zum Einnehmen für Kinder entwickelt werde und es erste Daten einer Dosisfindungsstudie mit 115 zwei- bis 18jährigen, zuvor intensiv behandelten Kindern gebe. Mit der Dosierung 375/150 mg / m2 Tipranavir/r - das entspricht der für Erwachsene zugelassenen Dosis von zweimal täglich 500/200 mg / m2 - gelingt es bei etwa 35 Prozent der Kinder innerhalb von 48 Wochen, die Virusmenge unter 50 HIV-RNA Kopien/ml zu senken.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht