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Protonentherapie-Zentrum für Krebspatienten vor dem Start

MÜNCHEN (sto). Voraussichtlich Mitte Februar 2006 soll in München Europas erstes Protonentherapie-Zentrum für die Behandlung von Krebspatienten an den Start gehen. Im "Rinecker Proton Therapy Center" (RPTC) können an fünf Behandlungsplätzen pro Jahr etwa 4000 Patienten behandelt werden.

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Privatdozent Hans Rinecker, Initiator des RPTC, hat das Zentrum jetzt bei der 43. internationalen Protonentherapie-Konferenz in München vorgestellt. Er nannte wichtige Vorteile der Protonentherapie: Tumoren können im Vergleich zur konventionellen Röntgentherapie zielgenauer bestrahlt werden, das umliegende Gewebe wird weitgehend geschont.

Deshalb sind hohe Dosen in den Tumoren möglich bei gleichzeitiger Reduktion von unerwünschten Effekten. Denn: Bei einer Behandlung mit Röntgenstrahlen wird immer die gesamte Körperpartie, in der der Tumor sitzt, durchstrahlt. Das Maximum der Dosis liege in der Regel knapp unter der Haut, erläuterte Rinecker. Bestrahlt werde auch das gesunde Gewebe hinter einem Tumor.

Ganz anders ist das physikalische Verhalten von Protonen. Ihre Eindringtiefe hängt von ihrer Geschwindigkeit ab. So sei es möglich, Protonen millimetergenau in Tumoren zu lenken, wo sie die höchste Dosis erreichen. Das hinter dem Krebs liegende Gewebe werde nicht belastet, sagte Rinecker.

Das ist etwa bei Tumoren am Auge oder Rückenmark, in Lunge oder Gehirn besonders wichtig, die dicht an empfindlichen Geweben liegen. Die Strahlenbelastung betrage bei einer Protonentherapie - bei gleicher Tumordosis - lediglich ein Drittel der Belastung einer Behandlung mit Röntgenstrahlen.

Nach Rineckers Angaben haben bereits die AOK Bayern, der BKK Landesverband Bayern und die Landwirtschaftlichen Krankenkassen in Bayern Versorgungsverträge mit dem Protonentherapie-Zentrum abge-schlossen. Sie sehen eine pauschale Vergütung von 17 500 Euro pro Patient für Diagnostik und Therapie vor.

Pro Patient seien bis zu 25 Bestrahlungen von jeweils 60 Sekunden Dauer, eine Sitzung pro Tag, erforderlich. Bislang wurden nach Rineckers Angaben seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltweit mehr als 40 000 Patienten mit Protonenstrahlen behandelt.

Der Bau des RPTC wurde mit etwa 150 Millionen Euro von einem privaten Investoren-Konsortium finanziert. Betreibergesellschaft ist die 1999 von Rinecker gegründete ProHealth AG. Für ein weiteres Therapie-Zentrum wurde im Mai in Köln-Merheim der Grundstein gelegt; ein drittes Therapie-Zentrum ist in Leipzig geplant.

Lesen Sie dazu auch: Protonentherapie gegen Krebs gibt es demnächst in München

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