Ernährungsmedizin

Quiz im Unterricht mit Fragen zur Ernährung oder Bewegungsaufgaben

GÖTTINGEN (ag). Ernährungspsychologen des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen haben zusammen mit dem Eutiner Institut für Bewegungstherapie und Rehabilitation das Ernährungs- und Bewegungsprogramm "Fitte Schule" entwickelt. Dieses Präventionskonzept nutze das Umfeld Schule, um Kinder und Jugendliche spielerisch an einen aktiven und gesunden Lebensstil heranzuführen, teilt die Uni mit. Das Programm ist für die vierten bis sechsten Klassen aller Schulformen konzipiert.

Veröffentlicht: 20.01.2006, 08:00 Uhr

In kurzen "Quizaktiv-Pausen" während des Unterrichts sollen die Kinder Spannungen abbauen und ihre Teamkompetenz stärken. Es geht jeweils darum, in kleinen Gruppen ein Ernährungs-Quiz oder eine Bewegungsaufgabe zu lösen. Dabei seien die Kinder körperlich aktiv und würden relevantes Wissen über Ernährung erwerben, wird erklärt. Ein Material-Set steht den Schulen ab sofort zur Verfügung.

Das Programm wurde im Dezember 2005 von der "Plattform Ernährung und Bewegung e.V." begutachtet und als qualitätsgesicherte Maßnahme zertifiziert. Die Plattform ist eine gemeinsame Präventionsinitiative des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Gesellschaften und Verbänden.

Vor der Begutachtung hatten zwei fünfte Realschul-Klassen das Programm "Fitte Schule" ein halbes Jahr im Unterricht getestet. "Die Schüler wie auch die Lehrer haben die spielerischen Quiz-Aktiv-Pausen gerne genutzt", sagt Dr. Thomas Ellrott von der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Uni.

"Das Konzept haben wir an beliebte Quizshows im Fernsehen angelehnt. In der Evaluation gaben die Schüler an, die Quiz- und Bewegungsaufgaben im Unterricht hätten ihnen viel Spaß gemacht. Auch konnten sie sich nach den knapp fünfminütigen Pausen wieder besser auf den Unterricht konzentrieren. Fünf Minuten am Tag reichen natürlich für einen großen Erfolg alleine nicht aus. Wir wollten ein Programm entwickeln, das andere Konzepte wie tägliche Sportstunden ergänzt, dabei aber mit minimalem Aufwand und geringen Kosten vom Klassenlehrer im Unterricht eingesetzt werden kann", so Ellrott weiter.

Ein weiterer Schwerpunkt von "Fitte Schule" liege auf der Integration von übergewichtigen und lernschwachen Kindern sowie solchen mit schlechten Deutschkenntnissen. Ellrott: "Nach Meinung der Lehrerinnen ist dies in den Evaluationsklassen sehr gut gelungen."

Zu dem Projekt haben die Göttinger Experten ihr Fachwissen in Ernährungspsychologie und in pädagogischen Fragen beigesteuert und die Experten des Instituts für Bewegungstherapie und Rehabilitation in Eutin ihre Kompetenz in der Entwicklung von Bewegungsprogrammen. Der AOK-Verlag ist Partner bei der Herstellung der Materialien.

Weitere Informationen über "Fitte Schule" gibt es im Internet unter www.fitte-schule.de

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