Allergie

Reaktion nach Wespenstich ist selten

Viele Bundesbürger sind gegen Wespen- oder Bienengift sensibilisiert, doch nur wenige zeigen systemische Reaktionen. Das haben Münchner Allergologen herausgefunden.

Veröffentlicht: 08.08.2019, 15:48 Uhr
Eine Sensibilisierung gegen Wespengift zeigten 31,7 Prozent der Probanden.

Eine Sensibilisierung gegen Wespengift zeigten 31,7 Prozent der Probanden.

© james63 / iStock / Thinkstock

MÜNCHEN. Anhand der KORA-Studie haben Allergologen um Simon Blank vom Münchener Zentrum für Allergie und Umwelt sich ein Bild davon verschafft, wie weit verbreitet bei den 25- bis 75-Jährigen in Deutschland Sensibilisierungen und allergische Reaktionen gegen Hymenopterengift sind (Allergo J Int 2019; online 9. Januar).

Die Analyse beruht zum einen auf den Serumspiegeln von IgE-Antikörpern gegen Bienen und Wespen, die in der Basisstudie S4 gemessen wurden (1999–2000; n = 4261). Zum anderen stützt sie sich auf Fragebögen, in denen die Teilnehmer von S4 und der Folgestudie F4 (2006–2008; n = 3074) zu lokalen und systemischen Reaktionen auf Bienen- und Wespenstiche Auskunft gegeben haben.

Doppelsensibilisierung bei 13,7 Prozent

Wurde die Grenze für die spezifischen IgE-Antikörper (sIgE) bei 0,35 kUA/l angelegt, waren 23,1 Prozent der Teilnehmer gegen Bienen- und 31,7 Prozent gegen Wespengift sensibilisiert. Bei 13,7 Prozent bestand eine Doppelsensibilisierung. Männer waren häufiger sensibilisiert als Frauen (zum Beispiel 29,5 Prozent vs. 16,9 Prozent gegen Bienengift).

Über rein lokale Reaktionen auf Bienen- und/oder Wespenstiche berichteten 4,8 Prozent (S4) und 4,4 Prozent (F4) der Befragten. Systemische Reaktionen (von leichten Allgemeinbeschwerden bis zum Schock) wurden von 2,3 Prozent und 2,6 Prozent zu Protokoll gegeben. Frauen waren etwas häufiger betroffen als Männer. Bei den Auslösern lagen Wespen und Bienen fast gleichauf.

Von den Personen, die gegen Bienen- oder Wespengift sensibilisiert waren, hatten jeweils 2,8 Prozent eine Stichreaktion erlebt, die über eine lokale Antwort hinausging.

Erstaunlicherweise bestand auch umgekehrt eine Diskrepanz zwischen Klinik und Labor: Von den Teilnehmern, bei denen laut Eigenauskunft nach einem Bienen- oder Wespenstich Schocksymptome aufgetreten waren, hatten 49 beziehungsweise 34 Prozent sIgE-Spiegel < 0,35 kUA/l. (bs)

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