Laser

Reflexe verhindern Blendung nicht

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KÖLN. Wird ein Mensch von einem Laserstrahl getroffen, gibt es keine körperlichen Schutzreflexe, die eine Blendung verhindern könnten.

Diese Ergebnisse einer Kölner Studie bedeuten einen "Paradigmenwechsel für den Arbeitsschutz", wird Professor HansDieter Reidenbach, Leiter der Forschungen, in einer Mitteilung der Fachhochschule Köln zitiert.

Die Erkenntnisse seien bereits in die "Technischen Regeln zur Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eingearbeitet worden.

Die Studie "Blendung durch künstliche optische Strahlung unter Dämmerungsbedingungen", widerlege die Annahme, dass es körperliche Schutzreaktionen gibt, die eine Blendung oder Schädigung des Auges verhindern oder vermindern. "Die Ergebnisse zeigen, dass bereits eine relativ kurze Einwirkung von Laserstrahlung zu großen Sehbeeinträchtigungen führen kann. Laserstrahlleistungen von zum Beispiel 560 Mikrowatt erzeugen je nach Wellenlänge Sehstörungen im Mittel zwischen drei und rund 30 Sekunden.

Zu Sehbeeinträchtigungen kann es bereits nach 0,1 Sekunden Bestrahlung kommen. Bis die Pupille aber so weit wie möglich geschlossen ist, dauert es mindestens eine Sekunde", erklärt Reidenbach.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Bei der Stärke und der Dauer der Sehbeeinträchtigungen gebe es am Tag oder unter Dämmerungsbedingungen praktisch keinen Unterschied, heißt es in der Mitteilung. "Der Blick in einen Laserstrahl ist viel heller als der Blick in die Sonne und damit auch deutlich heller als die Umgebung am Tag", erklärt Reidenbach.

Die Auswirkungen einer Blendung bei Nacht seien trotzdem dramatischer, da sich die Betroffenen deutlich mehr erschrecken, was etwa bei Autofahrern zu Fahrfehlern führen könne, so Reidenbach.Besonders gefährdet sind durch den Missbrauch von Laserpointern Piloten in Flugzeugen und Hubschraubern, insbesondere durch Blendung in der Konzentrationsphase während der Landung von Flugzeugen oder des Schwebeflugs von Hubschraubern. (eb)

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