Suchtkrankheiten

Regierung will einarmige Banditen aus Kneipen werfen

Die Flucht ins Glückspiel wird für viele Menschen zur Sucht. Dagegen wollen Bundesregierung und Drogenbeauftrage vorgehen - eine Verordnung soll in Kürze kommen.

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Bei dieser Konstellation am Glückspielautomaten gibt's Bares.

Bei dieser Konstellation am Glückspielautomaten gibt's Bares.

© WIC / fotolia.com

BERLIN (af/dpa). Jugendliche greifen in Deutschland zwar seltener zu Flasche, Glimmstängel oder Joint - insgesamt haben aber weiterhin Millionen Bundesbürger erhebliche Suchtprobleme.

Viele Menschen hängen inzwischen fast krankhaft am heimischen Computer oder an öffentlichen Geldspielautomaten. Dies geht aus dem neuen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hervor, den die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat.

Etwa 275.000 Menschen spielsüchtig

Besorgt zeigte sie sich über den "exzessiven oder pathologischen Computerspiel- und Internetgebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen". Etwa 560.000 Menschen in Deutschland gelten als internetabhängig.

Einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge sind 275.000 Menschen spielsüchtig - überwiegend junge Männer6.

Dyckmans kündigte an, die Bundesregierung peile noch vor der Sommerpause eine Verordnung an, um in Gaststätten die Zahl der Glücksspielautomaten - derzeit sind das maximal drei - "drastisch" zu reduzieren.

Zu diesen Geräten hätten auch Jugendliche unter 18 Jahren - entgegen den gesetzlichen Bestimmungen - meist unkontrollierten Zugang.

Tabak,- und Alkoholkonsum rückläufig

Beim Tabakkonsum von Jugendlichen berichtete Dyckmans von einem neuen Tiefstand: Nur noch 12 Prozent griffen in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal pro Woche zur Zigarette.

Generell habe sich der rückläufige Trend auch beim Alkoholkonsum junger Leute 2011 fortgesetzt. Dies zeige, dass die Politik zur Drogen- und Suchtprävention der Bundesregierung positive Wirkung zeige.

Dagegen sei das Komatrinken bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin stark verbreitet. Laut Bericht trinken etwa 9,5 Millionen Bundesbürger Alkohol in gesundheitlich riskanter Form.

Die Zahl der Drogentoten war 2011 auf 986 und damit auf den bislang niedrigsten Stand gesunken, wie Dyckmans sagte.

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