Forschungsprojekt

RegioOnkoNet verbindet Hausärzte und Onkologen im ländlichen Raum

Im Raum Karlsruhe–Freiburg werden digitale Onkologie-Lösungen in die Versorgung ländlicher Regionen eingebracht: Fach- und Hausärzte sowie Patienten werden standortunabhängig vernetzt.

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Das Digitalprojekt RegiOnkoNet will Onkologen, Hausärzte und Krebspatienten in ländlichen Regionen eine wohnortnahe Versorgung ermöglichen.

Das Digitalprojekt RegiOnkoNet will Onkologen, Hausärzte und Krebspatienten in ländlichen Regionen eine wohnortnahe Versorgung ermöglichen.

© shefkate / stock.adobe.com

Karlsruhe. Im ländlichen Raum ist die Versorgung von Krebspatienten eine besondere Herausforderung: weniger onkologische Praxen, längere Wege und Wartezeiten für die Betroffenen. Dem will das FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe mit dem im Oktober vergangenen Jahres gestarteten „RegioOnkoNet“ begegnen.

Das mit 2,4 Millionen Euro von der Stiftung Deutsche Krebshilfe geförderte Projekt sieht laut FZI den Aufbau eines dezentralen, hochsicheren digitalen Kommunikationsnetzwerks vor, das Onkologen, Hausärzte und Patienten direkt miteinander verbindet.

Erprobt wird das Netzwerk zunächst in der Modellregion Karlsruhe–Freiburg. Bewährt sich dieses Modell einer digitalen Infrastruktur für moderne Diagnostik und Behandlungen von Onkologie-Patienten, soll es später auch in anderen Regionen umgesetzt werden. Durch die Behandlung in der Region selbst erwarten die Initiatoren eine Entlastung der onkologischen Fachpraxen und Kliniken in den Ballungszentren durch den Rückgang der Überweisungen Krebskranker.

Digitale Kompetenz- und Schulungsplattform

Die Hausärztinnen und Hausärzte erhielten durch die Infrastruktur von RegioOnkoNet Zugriff auf eine digitale Kompetenz- und Schulungsplattform, teilt das FZI mit. Dies mache praktisches onkologisches Fachwissen vor Ort verfügbar und erhöhe damit die Handlungssicherheit der Hausärzte im Versorgungsalltag.

Die Patienten wiederum könnten ihre Gesundheitsdaten effizient verwalten und gezielt freigeben. So verblieben sensible medizinische Daten dort, wo sie entstünden – in onkologischen Fachkliniken und bei den Hausarztpraxen. Dazu dient ihnen eine App. Die digitale Kommunikation zwischen den Beteiligten erfolgt nach Angaben der Organisatoren über abgesicherte Peer-to-Peer-Verbindungen, die Authentifizierung über sichere digitale Identitäten.

Projektzeitraum fünf Jahre

Das Projekt RegioOnkoNet ist zunächst auf fünf Jahre bis September 2030 angesetzt und wird vom Onkologischen Zentrum des Städtischen Klinikums Karlsruhe koordiniert. Weitere Partner sind das Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung des Universitätsklinikums Tübingen, der Lehrstuhl für Selbsthilfeforschung mit Schwerpunkt Krebs-Selbsthilfe des Tumorzentrums Freiburg – Comprehensive Cancer Center und das FZI.

Assoziierte Partner sind zudem die Bezirksdirektion Nordbaden der KV Baden-Württemberg, die Psychosoziale Beratungsstelle für Krebskranke und Angehörige der AWO Karlsruhe sowie die Klinik für Innere Medizin I des Uniklinikums Freiburg. (bar)

Die Deutsche Krebshilfe hat Ende vergangenen Jahres ein neues Förderprogramm aufgelegt mit dem Ziel, Krebspatienten überall Zugang zu modernster Medizin zu verschaffen – egal ob sie in ländlichen Regionen oder in städtischen Ballungsgebieten leben. Dazu sollen fünf nicht-universitäre Kliniken mit einem Comprehensive Cancer Center als Partner regionale Netzwerk-Konzepte entwickeln und umsetzen. Neben dem beschrieben RegioOnkoNet sind dies

  • der Aufbau eines Netzwerkes zur Sicherstellung einer qualitätsgesicherten Versorgung von Krebspatienten in Oberfranken u. a. unter Beteiligung des Klinikums Bayreuth und der Comprehensive Cancer Center Allianz Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg, Standort Erlangen
  • Onkologisches Netzwerk Alb, Allgäu & Bodensee-Oberschwaben u. a. unter Beteiligung des Klinikums Kempten und des Comprehensive Cancer Center Ulm
  • OnkoNetzOberland – ein Versorgungsnetzwerk im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und angrenzenden Bereichen des Bayerischen Oberlands, u. a. unter Beteiligung des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und des Comprehensive Cancer Center München
  • Thüringer Konsortium zur Verbesserung der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten im ländlichen Raum (KONKRET) u. a. unter Beteiligung des Waldklinikums Gera und des Mitteldeutschen Krebszentrums (Cancer Center Central Germany - CCCG), Standort Jena.
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