Tuberkulose

Resistenzen gegen neue Antibiotika

Eine Veränderung des Flavinstoffwechsels macht Tuberkulose- Erreger resistent.

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BRAUNSCHWEIG. Forscher haben bei einem Tb-Patienten einen extrem resistenten Mycobacterium tuberculosis Stamm mit zusätzlichen Resistenzen gegenüber den neuen Antibiotika Delamanid und Bedaquilin nachgewiesen, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).

Einige Monaten nach Zulassung der Antibiotika im Jahr 2014 hatten Forscher der Uni Zürich bereits über Bedaquilin-resistente Tb-Bakterien bei einem jungen Tibeter berichtet, der das Mittel im Rahmen einer Behandlung seiner multiresistenten Tb in der Schweiz bekommen hatte, heißt es weiter.

Der Patient wurde aufgrund des Versagens der Bedaquilin-Therapie mit Delamanid und sechs weiteren Antibiotika behandelt. Obwohl es dem Patienten zunächst rasch besser ging, brach die Tb zwei Monate später erneut aus. Daraufhin führte das Referenzlabor der WHO in Gauting bei München weitere spezielle Antibiotika-Resistenztests durch.

Die Gautinger Forscher um Dr. Harald Hoffmann stellten fest, dass die Bakterien zusätzlich zur bestehenden Bedaquilin- auch eine Delamanid-Resistenz entwickelt hatten (Amer J Resp Crit Care Med 2016; 337-340). In diesem Fall konnten sie eine Veränderung eines Proteins aus dem Flavinstoffwechsel als Ursache ausmachen, ein Stoff, der für das Aktivieren des Antibiotikums nötig ist.

Die genaue Kenntnis des Resistenzmechanismus bietet aber auch Chancen: Zum einen können Resistenzen in klinischen Isolaten nachgewiesen werden, zum anderen bietet sich nun die Möglichkeit, die Resistenz zu umgehen."Eine mögliche Option wäre zum Beispiel, Patienten das Flavin zusammen mit den Wirkstofftabletten zu verabreichen und somit einer Resistenzentwicklung vorzubeugen", wird Hoffmann zitiert.

Ob das funktioniere, müssten weitere Laborversuche zeigen. (eb)

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