ERASE-Studie

Revaskularisation macht PAVK-Patienten Beine

Eine Kombination aus endovaskulärer Revaskularisation und kontrolliertem Belastungstraining verbessert die Gehleistung bei PAVK deutlich stärker als Belastungstraining allein.

Von Peter Overbeck Veröffentlicht: 21.11.2013, 17:45 Uhr
Revaskularisation macht PAVK-Patienten Beine

Vollständiger Verschluss einer Beinarterie.

© Prof. Dr. med. Thomas Zeller

DALLAS. Interventionen mit endovaskulärer Revaskularisation und/oder Belastungstraining bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) haben Forscher um Dr. Farzin Fakhry vom Erasmus Medical Center in Rotterdam untersucht.

Teilnehmer der Studie ERASE (Endovascular Revascularization and Supervised Exercise) waren 212 PAVK-Patienten mit stabiler Claudicatio intermittens und peripheren Gefäßstenosen im aortoiliakalen oder femoropoplitealen Bereich (Stenosegrad mehr als 50 Prozent) aufgenommen worden.

Kontrolliertes Bewegungstraining

Alle Teilnehmer nahmen zwölf Monate lang regelmäßig an einem kontrollierten Belastungstraining teil (in den ersten drei Monaten zwei- bis dreimal wöchentlich, danach einmal wöchentlich, in den letzten sechs Monaten einmal monatlich).

Bei der Hälfte der Teilnehmer wurde per Katheter zusätzlich eine perkutane endovaskuläre Revaskularisation vorgenommen. Primärer Endpunkt war die maximale Gehstrecke.

Wie Fakhry in Dallas berichtete, ging die kombinierte Behandlung zu allen Zeitpunkten mit einer signifikant stärkeren Zunahme der maximalen Gehstrecke auf dem Laufband einher. Nach einem Monat betrug der Unterschied 566 Meter und nach sechs Monaten 409 Meter.

Auch nach einem Jahr waren es immerhin noch 282 Meter mehr in der Gruppe mit zusätzlicher endovaskulärer Revaskularisation. Bei der schmerzfreien Gehstrecke ergab sich zu diesem Zeitpunkt ein Unterschied um 408 Meter.

Vorteil auch bei der Lebensqualität

Die Gruppe mit kombinierter Therapie schnitt auch bezüglich der per Fragebogen ermittelten Lebensqualität signifikant besser ab.

Dr. Mary McGray McDermott aus Chicago ging als offiziell beauftragte Diskutantin auch auf einige in ihren Augen kritische Aspekte der Studie ein.

Sie wies darauf hin, dass die Revaskularisation zwar kurzfristig einen sehr deutlichen Vorteil in der Wirkung auf die Gehleistung gezeigt habe, dass dieser Vorteil danach aber immer geringer wurde. Bei noch längerer Beobachtungsdauer wäre er vielleicht ganz verschwunden, so McGrae McDermott.

Nach ihrer Ansicht entsprach die Häufigkeit des kontrollierten Belastungstrainings, die im Laufe der Studie immer weiter reduziert wurde, nicht ganz den Empfehlungen der Leitlinien.

Hätte man die Patienten über die ganze Studiendauer den AHA/ACC-Leitlinien entsprechend dreimal pro Woche trainieren lassen, hätten die Ergebnisse möglicherweise anders ausgesehen, so McGray McDermott.

Sie räumte aber auch ein, dass ein solches Training sehr hohe Anforderungen an die häufig alten und gebrechlichen PAVK-Patienten stellen würde. Ein Problem könne auch die Kostenübernahme sein.

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