Direkt zum Inhaltsbereich

Bei falsch-positivem Screeningbefund

Risiko für Brustkrebs erhöht

Frauen mit falsch-positiver Screeningmammografie erkranken häufiger an Brustkrebs als solche mit unauffälligem Befund.

Veröffentlicht:

CHAPEL HILL. Den Verdacht, ein falsch-positiver Mammografiebefund müsse als Marker für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko gelten, haben aktuelle Ergebnisse aus den USA erhärtet.

Radiologen der Universität in North Carolina haben über einen Zeitraum von zehn Jahren bei 1.297.906 Frauen diesen Zusammenhang überprüft und dabei nicht nur auf die Brustdichte geachtet, sondern auch unterschieden, ob aufgrund des falsch-positiven Befundes eine Zweitaufnahme oder eine Biopsie empfohlen worden war (Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2015, online 2. Dezember).

Die Patienten- und Mammografiedaten der Probandinnen waren in der Datenbank des Breast Cancer Surveillance Consortium (BCSC) gelistet und stammten aus den Jahren 1994 bis 2009.

Von den 2.207.942 berücksichtigten Screeningmammografien wurden 159.448 falsch-positiv mit einer Empfehlung zur Wiederholungsmammografie befundet, bei weiteren 22.892 falsch-positiven Befunden wurde eine Biopsieempfehlung ausgesprochen.

Vor allem bei prämenopausalen Frauen zwischen 40 und 49 Jahren mit einem heterogen dichten beziehungsweise extrem dichten Drüsenkörper häuften sich falsch-positive Beurteilungen.

Innerhalb der zehn Jahre waren 48.735 Frauen an Brustkrebs erkrankt. Davon stammten 43.105 Frauen aus der Gruppe mit negativer Screeningmammografie, 4742 aus der Falsch-positiv-Gruppe mit Zweitmammografie und 888 aus der Falsch-positiv-Gruppe mit Biopsie.

Brustkrebsrate um 39 Prozent erhöht

Damit war die Brustkrebsrate bei falsch-positiver Mammografie mit Wiederholungsuntersuchung 39 Prozent höher als bei negativem Befund und nach falsch-positiver Mammografie mit Biopsie sogar 76 Prozent höher.

Die gesonderte Beurteilung nach Brustdichte ergab im Vergleich zur Gesamtauswertung nur bei Frauen mit Involutionsbrust einen Unterschied. Bei ihnen stieg mit falsch-positivem Befund unabhängig von der Kontrollempfehlung die Brustkrebsrate um 70 Prozent.

Weitgehend unabhängig von der Brustdichte steige mit einer falsch-positiven Screeningmammografie das Risiko einer Frau, später doch an Brustkrebs zu erkranken, fassen die Radiologin Louise Henderson und ihre Kollegen die Ergebnisse ihrer Studie zusammen. Dabei sei das Risiko auch zehn Jahre nach der falsch-positiven Beurteilung noch erhöht.

Daher werten die Studienautoren eine falsch-positive Mammografie als wichtigen Risikomarker und empfehlen, diesen Faktor unbedingt in die individuelle Risikobewertung einfließen zu lassen, gerade im Hinblick auf eine patientenorientierte, maßgeschneiderte Vorsorge. (dk)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Das könnte Sie auch interessieren
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auswahl an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln: Superfoods, verschiedene Obstsorten und Beeren, Nüsse und Samen.

© alicja neumiler / stock.adobe.com

Gepoolte Studien-Analyse

Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko: Nicht immer ist pflanzlich besser!