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Professor Martin J. Blaser

Robert-Koch-Medaille für Forschung zu H. pylori

Die Robert-Koch-Medaille in Gold 2019 geht an Professor Martin J. Blaser von der New York University.

Veröffentlicht:

BERLIN. Zentrales Forschungsthema von Professor Martin J. Blaser, der in diesem Jahr die Robert-Koch-Medaille in Gold erhält, ist H. pylori: Blaser war an der Entwicklung des ersten Bluttests auf den Magenkeim beteiligt, er gab Hinweise, dass das Bakterium auch Krebs verursachen kann, und entdeckte mit dem CagA-Protein einen wichtigen Virulenzfaktor, berichtet die Robert-Koch-Stiftung in einer Mitteilung.

Später erforschte Blaser die guten Seiten des Keims: 1998 gründete er die „Foundation for Bacteria“, um Studien zur komplexen Rolle von Bakterien zu fördern. Blaser und sein Team fanden die ersten Hinweise darauf, dass H. pylori im Magen vor schweren Erkrankungen wie einem Ösophagus-Karzinom schützen kann. Auch gab es Indizien dafür, dass der Keim Kinder vor Asthma schützt.

Mit Professor Stanley Falkow veröffentlichte er 2009 das Essay „What are the consequences of the disappearing human microbiota?“. Darin wird vor „Artensterben“ im menschlichen Mikrobiom gewarnt, das zur Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Asthma, Adipositas und Nahrungsmittelallergien geführt habe.

Blaser und sein Team wiesen zudem nach, dass ein in jungen Jahren durch Antibiotika gestörtes Mikrobiom Adipositas, Typ-1-Diabetes und entzündliche Darmerkrankungen begünstigen kann. Mit dem Buch „Antibiotika-Overkill: So entstehen die modernen Seuchen“ wandte sich Blaser an ein breites Publikum. (eb)

Medaillen- und Preisverleihung im November

Die Auszeichnungen der Robert-Koch-Stiftung werden während eines Festakts am 15. November 2019 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin überreicht.

Der Robert-Koch-Preis ist in diesem Jahr mit 120.000 Euro dotiert, er zählt zu den höchstrangigen wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland. Mit der Robert-Koch-Medaille in Gold wird das Lebenswerk eines Forschers gewürdigt. Ziel ist es, den Kampf gegen Infektionskrankheiten zu unterstützen. (eb)

Lesen Sie dazu auch: Robert-Koch-Preisträger Rappuoli : „Wir erleben ein goldenes Zeitalter der Impfstoffentwicklung“

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