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Rotavirus-Impfung empfohlen

Umdenken bei der STIKO: Erstmals empfiehlt die Ständige Impfkommission den Rotavirus-Schutz für Kinder. Entscheidend ist allerdings, dass rechtzeitig geimpft wird. Weitere neue Empfehlungen gibt es zu Hepatitis B und Influenza.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
Schluckimpfung gegen Rotaviren.

Schluckimpfung gegen Rotaviren.

© st-fotograf / fotolia.com

BERLIN. Sieben Jahre hat es nach Einführung der Rotavirus-Impfstoffe gedauert, bis sich die STIKO zu der Entscheidung für den Schutz für alle Kinder durchgerungen hat.

Den Ausschlag gegeben haben neue Daten zur Krankheitslast in Deutschland, wie der STIKO-Vorsitzende Dr. Jan Leidel kürzlich der "Ärzte Zeitung" mitgeteilt hat.

Danach werden jährlich in Deutschland etwa 40.000 Fälle von Rotavirus-Brechdurchfällen bei unter Fünfjährigen gemeldet, und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Fast die Hälfte der Patienten müssen stationär mit Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution behandelt werden. Bei etwa 50 Kindern pro Jahr ist dabei eine intensivmedizinische Behandlung nötig.

Mit Impfung lässt sich schwere Verläufe vermeiden

Mit der Schluckimpfung lassen sich 92 Prozent der schweren Verläufe mit Klinikeinweisung vermeiden und 74 Prozent der Infektionen insgesamt. Durch den Schutz kann also vielen kleinen Kindern in Deutschland eine schwere Krankheit erspart werden.

Entscheidend ist, dass die Kinder früh geimpft werden. Die STIKO rät dringend, die Impfserie in der 6. bis 12. Lebenswoche zu beginnen und rechtzeitig abzuschließen. (Bundesgesbl 2013; 56: 955). Je nach Impfstoff ist das in der 24. oder 32. Lebenswoche der Fall.

„Die Verträglichkeit der Impfstoffe ist gut“, betont Leidel. Fieber, Durchfall oder Erbrechen werden nach Impfung nicht häufiger beobachtet als in den Kontrollgruppen.

Das Risiko einer Invagination - ein Problem einer früheren Vakzine - lasse sich noch nicht abschließend quantifizieren.

Je später die Impfserie begonnen wird, desto stärker steigt das Risiko an, und zwar auf bis zu ein bis zwei zusätzliche Invaginationen pro 100.000 Impfungen. Ein diskutierter ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Kawasaki-Syndrom ließ sich nicht nachweisen.

Influenza: Nasenspray-Impfstoff für Kinder

Bei Hepatitis B hat die STIKO weltweite Daten zur Dauer des Impfschutzes analysiert. Die Impfexperten kommen danach zu dem Schluss, dass eine Grundimmunisierung in der Kindheit oder im Erwachsenenalter in der Regel nicht aufgefrischt werden muss.

Serologische Tests zum Impferfolg werden bei Immunschwäche sowie bei hohem beruflichen (etwa medizinisches Personal) oder nicht-beruflichen Expositionsrisiko (etwa infizierter Sexualpartner) empfohlen. Keine neuen Empfehlungen gibt es zur Hepatitis-B-Impfung von Säuglingen.

Und wer Risikopersonen betreut, soll jetzt generell gegen Grippe geimpft sein, egal ob der Betreute geimpft ist oder nicht. Denn die Grippe-Impfung bietet – besonders bei alten und abwehrschwachen Menschen – keinen 100-prozentigen Schutz vor der Krankheit.

Der neue Impfkalender ist heute im „Epidemiologischen Bulletin“ des Robert Koch-Instituts publiziert worden.

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