Direkt zum Inhaltsbereich

Rußland-Reisende brauchen Schutz gegen FSME

MÜNCHEN (sto/eis). Bei Reisen nach Osteuropa ist häufig eine FSME-Impfung zu empfehlen. Die Infektionsgefahr nach Zeckenstich ist für Naturfreunde etwa in den baltischen Staaten oder Rußland groß. Besonders hoch ist das Erkrankungsrisiko in Sibirien, wo es zudem eine besonders pathogene Variante des FSME-Virus gibt.

Veröffentlicht:

In Sibirien erkranken bis zu 40 Menschen je 100 000 Einwohner an FSME, wie der Biologe Dieter Gniel berichtet hat. In einigen Jahren steige die Inzidenz regional sogar auf 100 je 100 000 Einwohner an, so der Zeckenexperte bei einer Veranstaltung von Chiron Vaccines International in München.

Zum Vergleich: Selbst in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg mit vielen FSME-Risikogebieten erkrankt nur etwa ein Mensch pro 100 000 Einwohner.

    Die Inzidenz von FSME in Sibirien ist bis zu 40 Mal höher als in Bayern.
   

In Rußland gibt es zudem die Russische Frühsommer-Meningoenzephalitis (RSSE), deren Erreger von der Taigazecke Ixodes persulcatus übertragen werden (wir berichteten). Die RSSE verläuft meist schwerer als FSME. Die bei uns üblichen FSME-Vakzinen schützen auch vor RSSE.

Mit die höchsten Zahlen an RSSE-Kranken und die schwersten Verläufe würden in der Region Kemerowo mitten in Sibirien, an der Grenze zu China, der Mongolei und Kasachstan registriert, berichtete Gniel. Bis zu 25 Prozent der Betroffenen seien Kinder.

Bei jedem dritten Kind, das dort nach Zeckenstichen auf einer infektiologischen Station einer Kinderklinik lag, habe sich die FSME-Variante serologisch bestätigen lassen.

Auffällig sei auch, daß sich meist mehrere Zecken bei den in Kliniken eingewiesenen Patienten festgesogen hatten. Die Krankheitsverläufe seien teilweise sehr schwer. Berichtet werde über Lähmungen, Epilepsie, chronische Verläufe und Todesfälle, sagte Gniel.

Bei einer Exkursion hatten Gniel und seine Kollegen vor Ort Zecken analysiert. Bis zu zehn Prozent der Tiere und an einigen Stellen sogar bis zu 30 Prozent seien mit den sibirischen FSME-Virusstämmen durchseucht gewesen, berichtete er. Nach seinen Angaben sind sibirische FSME-Subtypen auch schon im Norden Finnlands gefunden worden. Ebenso werde in Lettland und Weißrußland über Funde des sibirischen FSME-Subtyps berichtet.

Lesen Sie dazu auch: In immer mehr Urlaubsregionen gibt es Risiken für FSME-Infekte

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Bei vielen Reisen FSME-Schutz nötig

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auswahl an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln: Superfoods, verschiedene Obstsorten und Beeren, Nüsse und Samen.

© alicja neumiler / stock.adobe.com

Gepoolte Studien-Analyse

Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko: Nicht immer ist pflanzlich besser!

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht