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STIKO erweitert Empfehlungen zu Meningokokken-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Personen mit engem Kontakt zu einem Patienten mit invasiver Meningokokken-Infektion die postexpositionelle Impfung. Dies gilt zusätzlich zur Chemoprophylaxe mit einem Antibiotikum.

Von Petra Eiden Veröffentlicht:

BERLIN. Nach wie vor wird allen Personen, die engen Kontakt zu einem Patienten mit invasiver Meningokokken-Infektion haben - unabhängig von der Serogruppe - zu einer Chemoprophylaxe mit einem Antibiotikum geraten. Zusätzlich empfiehlt die STIKO jetzt aber, ähnlich wie andere Länder in Europa, abhängig von der Serogruppe die postexpositionelle Impfung. Sei der Erkrankte mit Serogruppe C infiziert, erfolge die Impfung der Kontaktperson mit einem Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff, erklärte Dr. Jan Leidel von der STIKO bei einer Pressekonferenz der AG Meningokokken (AGMK) in Berlin.

Trotz Chemoprophylaxe ist das Erkrankungsrisiko erhöht

Bei Serogruppe A kommt ein Zwei- oder ein Vierfach-Polysaccharidimpfstoff (A, C oder A, C, W135, Y) zum Einsatz, bei den Serogruppen W135 oder Y der Vierfach-Polysaccharidimpfstoff.

Die STIKO hat sich zu der Empfehlung entschlossen, weil das Erkrankungsrisiko nach Kontakt zu einem Patienten auch bei Chemoprophylaxe binnen 14 Tagen bis zu einem Jahr um das 100-Fache erhöht ist. Vermutet wird ein Versagen der Prophylaxe oder das Vorliegen von genetischen Risikofaktoren. Sekundärfälle sind in Deutschland bislang zwar selten, aber die STIKO hält das gezielte Vorgehen angesichts der Schwere der Erkrankungen für sinnvoll. Leidel kann noch nicht abschätzen, wie gut die Empfehlung umgesetzt wird, doch der ehemalige Leiter des Kölner Gesundheitsamtes geht von einer hohen Compliance aus, weil die Kontaktpersonen die dramatischen Verläufe vor Augen haben.

Professor Sieghart Dittmann von der AGMK ergänzte, dass vermutlich ab 2010 ein tetravalenter Konjugatimpfstoff und ab 2012 ein Impfstoff gegen Meningokokken B verfügbar sind.

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