Direkt zum Inhaltsbereich

Schlafstörungen bei drei Viertel der Schmerzkranken

FRANKFURT AM MAIN (mar). Schlafstörungen und Angst sind bei Patienten mit chronischen Schmerzen häufig. So leiden nach Angaben von Professor Göran Hajak aus Regensburg drei Viertel der Patienten unter Schlafstörungen.

Veröffentlicht:

Für eine effiziente Therapie muss die Trias Schmerz - Schlafstörung - Angst bei der Wahl der Medikation berücksichtigt werden, betonte der Psychiater beim Schmerztag in Frankfurt am Main. Schmerzen stören den Schlaf: Bei fast 80 Prozent der Schmerzpatienten beeinträchtigen sie das Einschlafen. 65 Prozent werden durch Schmerzen immer wieder wach, und fast ebenso viele erwachen vorzeitig am Morgen. Entsprechend müde und erschöpft fühlen sich die Betroffenen tagsüber.

Durch polysomnographische Untersuchungen im Schlaflabor ist belegt, dass Schmerzen das gesamte Schlafprofil beeinträchtigen, erläuterte Hajak auf einem von Pfizer unterstützten Symposium. Besonders Zahl und Dauer der für die Erholung wichtigen Tiefschlafphasen seien reduziert. Nicht erholsamer Schlaf wiederum führt nicht nur zu Vigilanzstörungen und Leistungseinbußen, sondern senkt auch die Schmerzschwelle. Schmerzreize lösen so stärkere Schmerzen aus.

Kollegen sollten ihre Schmerzpatienten daher immer auch nach Schlafstörungen oder auch Angstsymptomen fragen, so Hajak. Denn diese Begleiterkrankungen seien für die Wahl der Therapie wichtig. Für die betroffenen Patienten geeignet seien entweder die dual wirksamen Antidepressiva Duloxetin und Venlafaxin oder das Antikonvulsivum Pregabalin (Lyrica®®).

Pregabalin lindere Schmerzen und Angst dosisabhängig: Gute Effekte auf den Schlaf zeigten sich bereits in niedrigen Dosierungen unter 100 mg, die schmerzlindernde Wirkung komme erst bei höherer Dosierung zum Tragen, sagte Hajak. Pregabalin erhöhe den Anteil der Tiefschlafphasen, Benzodiazepine täten dies dagegen nicht.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Die Krux bei Muskelverletzungen im Profifußball

Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht