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Schmerzen verstärken gestörten Schlaf

FRANKFURT AM MAIN (ner). Schmerzpatienten mit Schlafstörungen brauchen die passende Therapie. Geeignet sind Klassiker wie Amitriptylin oder Mirtazapin, aber auch Pregabalin: Sie lindern die Schmerzen und bessern zugleich den Schlaf.

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Die passende Therapie durchbricht den Teufelskreis von chronischem Schmerz und Schlafstörungen.

Die passende Therapie durchbricht den Teufelskreis von chronischem Schmerz und Schlafstörungen.

© Foto: Imago

Chronische Schmerzen und Schlafstörungen verstärken sich gegenseitig, sagte Professor Göran Hajak aus Regensburg beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag: Schmerzen verändern das Schlafprofil, die Schlafqualität leidet. Dadurch verstärken sich die Schmerzen, zusätzlich treten psychische Erkrankungen auf. Zwar gelten Opioide als potente Schmerzmittel, die nach Ansicht vieler Schmerztherapeuten noch zu wenig angewandt werden. Hajak machte jedoch auf den Nachteil aufmerksam, dass sie die Schlafqualität mindern. Vor allem die Tiefschlafphasen seien gestört, der Schlaf werde unruhiger. Zudem träten schlafbezogene Atemstörungen wie Apnoe auf, selbst bei stabil auf Opioide eingestellten Schmerzpatienten, so der Schlafforscher bei einem von Pfizer unterstützten Symposium in Frankfurt am Main.

Bei den Antidepressiva, klassischen Mitteln bei neuropathischen Schmerzen, aber auch zur Therapie bei Schlafstörungen ist zu beachten: Je selektiver der Wirkmechanismus, desto weniger lindern sie Schmerzen. Umgekehrt bessern Antidepressiva mit großer analgetischer Potenz wie Duloxetin oder Venlafaxin den Schlaf kaum. Mit Klassikern wie Amitriptylin oder Mirtazapin könnten am ehesten die antinozizeptiven und hypnotischen Eigenschaften ausgenutzt werden, so Hajak.

Eine Alternative ist das Antiepileptikum Pregabalin (Lyrica®), das in Studien zur diabetischen Polyneuropathie im Vergleich zu Placebo sowohl Schmerzen linderte als auch den Schlaf verbesserte - und zwar dosisabhängig bis 600 mg pro Tag. Selbst bei Patienten, bei denen die Schmerzen nicht deutlich nachlassen, bessere sich die Schlafqualität, sagte Hajak. "Pregabalin vermehrt als eines der wenigen Präparate den Tiefschlaf, auch im Vergleich zu Benzodiazepinen", sagte er. Tiefschlaf schütze als einziger vor Weckreizen durch Schmerzen. Benzodiazepine bewirkten dagegen nur einen flachen Schlaf und seien daher nur bedingt für Schmerzpatienten geeignet.



Tipps für die Therapie

So kann die Schlafqualität von Patienten mit neuropathischen Schmerzen verbessert werden:

  • Es sollten eher Antiepileptika als Opioide angewandt werden.
  • Sedierende und nicht aktivierende Antidepressiva sollten verordnet werden oder Kombinationen mit aktivierenden Antidepressiva wie Duloxetin am Morgen und Pregabalin am Abend.
  • Wenn Schlafmedikamente erforderlich sind, dann sollten moderne Benzodiazepin-Rezeptoragonisten den alten Benzodiazepinen vorgezogen werden, weil der Tiefschlaf weniger stark unterdrückt wird.
  • Antiepileptika und Antidepressiva werden in der Dauertherapie kombiniert, Benzodiazepine dagegen nur gelegentlich verwendet.
  • Einhalten stabiler Bettzeiten, auch am Wochenende, sowie der Verzicht auf Alkohol stabilisieren die Schlafperioden.

(ner)

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