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Schnelle Insulin-Analoga erleichtern das Leben

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Der Gemeinsame Bundesausschuß (GBA) will am 18. Juli entscheiden, ob kurzwirksame Insulin-Analoga für Typ-2-Patienten weiter von den Kassen bezahlt werden sollen.

Hintergrund der Entscheidung des GBA ist ein Bericht des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit dem Schluß, daß "es keine überzeugenden Belege für eine Überlegenheit kurzwirksamer Insulin-Analoga gegenüber Humaninsulin hinsichtlich patientenrelevanter Therapieziele bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes" gebe.

Diabetologen haben in der täglichen Praxis allerdings andere Erfahrungen gemacht: Würden die kurzwirksamen Insulin-Analoga nicht mehr für Typ-2-Diabetiker von der GKV bezahlt, wäre dies für viele Patienten ein Rückschritt.

Natürlich gilt: "Nicht jeder Typ-2-Diabetiker muß ein kurzwirksames Insulin-Analogon bekommen", sagt Dr. Eva-Maria Fach: "Es gibt aber Patienten, bei denen die Analoga absolut sinnvoll sind", so die Diabetologin aus Rosenheim und Vorsitzende des Bundesverbandes niedergelassener Diabetologen e. V. (BVND).

Welche Patienten profitieren von kurzwirksamen Insulin-Analoga?

Nach Fachs Erfahrungen gehören dazu unter anderem Menschen, die bei einer Therapie mit Normalinsulin häufig Unterzuckerungen haben, Übergewichtige mit hoher Insulinresistenz oder auch Patienten mit wechselnder körperlicher Aktivität im Beruf oder beim Sport.

Nach Angaben von Professor Reinhard Bretzel von der Universität Gießen ermöglichen die Präparate den Patienten im Vergleich zu normalem Insulin bei guter Einstellung eine höhere Flexibilität. Denn die Patienten können ihr Insulin-Präparat direkt vor oder sogar nach dem Essen spritzen.

Und weil die Wirkung der Analoga im Vergleich zu Normalinsulin schneller wieder nachläßt, kann auf dickmachende Zwischenmahlzeiten verzichtet werden. Viele jüngere Typ-2-Diabetiker, die berufstätig sind und auf Reisen gehen, aber auch solche, die beim Essen auf fremde Hilfe angewiesen sind, haben damit eine bessere Lebensqualität, so Bretzel.

Umstellung der Patienten würde Probleme machen

Viele Typ-2-Diabetiker sind mit Analog-Insulinen besser behandelbar, ist auch die Erfahrung von BVND-Vize Dr. Richard Daikeler aus Sinsheim: "Durch die verbesserte Initialwirkung der Präparate sind die postprandialen Blutzuckerwerte besser als bei Therapie mit Normalinsulin."

Würden die postprandialen Werte nach Umstellung auf Humaninsulin wieder schlechter, bedeutet dies: Das Risiko für Folgeerkrankungen würde steigen. Und es ist inzwischen auch bekannt, daß die erhöhten postprandialen Werte ein unabhängiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall sind.

Fachs Fazit: "Früher hat man nach dem Insulin gelebt, das man gespritzt hat, heute lebt man und spritzt das Insulin dem Leben angepaßt. Das wäre dann wieder vorbei." (Rö)

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