Schnellimpfschema nur in Ausnahmen!

FRANKFURT AM MAIN (ug). Bei der FSME-Impfung von Kindern bringt das konventionelle Impfschema eine signifikant stärkere Immunantwort als das beschleunigte Schema, egal, welcher Impfstoff benützt wird. Nach dem Schnellschema sollte daher nur in Ausnahmen geimpft werden.

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Gegen FSME sind zwei Impfstoffe für Kinder auf dem Markt. Verträglichkeit und Immunogenität wurden jetzt in einer Studie verglichen, wie Dr. Christoph Wittermann in Frankfurt am Main berichtet hat.

334 Kinder nahmen an der Studie teil. Sie wurden auf vier Gruppen aufgeteilt: Mit dem Impfstoff Encepur® Kinder wurden 84 Kinder nach dem konventionellen Impfschema und 82 Kinder nach dem beschleunigten Schema geimpft. Die anderen Kinder bekamen die Vakzine FSME-IMMUN® 0,25 ml Junior nach konventionellem Schema (83 Kinder) oder nach beschleunigtem (85 Kinder) (Internat J Med Microbiol, Internet vorab). Bei konventionellem Schema wird an den Tagen 0, 28 und 300 geimpft, beim Schnellschema erfolgt die zweite Impfung nach 14 Tagen.

FSME-Impfserie ist erst nach drei Impfungen abgeschlossen.

Nach Angaben des niedergelassenen Pädiaters waren beide Impfstoffe sehr gut verträglich. Beim konventionellem Schema waren die Schutzraten sowohl zwei Wochen nach der zweiten Impfung (Tag 42), als auch direkt vor der dritten Impfung (Tag 300) signifikant höher als beim Schnellschema, wie Wittermann bei der Veranstaltung von Novartis Behring berichtete.

Nach seinen Angaben waren schon vor der dritten Impfung (Tag 300) des konventionellen Impfschemas mit Encepur® alle Kinder geschützt*. Beim beschleunigten Schema waren es mit 97 Prozent etwas weniger. Die Schutzraten des anderen Impfstoffs lagen nach der zweiten Impfung noch niedriger. Allerdings ist auch erst nach drei Impfungen die Impfserie komplett.

In einer zweiten Studie wurden 190 Kinder, die vor fünf Jahren die erste Auffrischimpfung mit Encepur® Kinder bekommen hatten, nachuntersucht. Eigentlich gilt: Schon nach drei Jahren ist ein Booster fällig. Doch hatten alle Kinder auch nach fünf Jahren noch ausreichende Schutztiter. Das Unternehmen will jetzt beantragen, die Auffrischintervalle nach der ersten Boosterung von 3 auf 5 Jahre zu verlängern.

*Als Schutz galt ein seropositiver Neutralisationstest (NT), Titer größer / gleich 10.

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