Direkt zum Inhaltsbereich

Schulstunde soll Jugendliche gegen Kopfweh wappnen

Kann eine Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über Kopfschmerzen die Inzidenz senken? Das wird jetzt in Bayern getestet.

Veröffentlicht:
Sieben von zehn Kindern gaben in einer Studie an, in den vergangenen drei Monaten irgendwann Kopfschmerzen gehabt zu haben.

Sieben von zehn Kindern gaben in einer Studie an, in den vergangenen drei Monaten irgendwann Kopfschmerzen gehabt zu haben.

© fotolia.com

BERLIN (gvg). Wenn Kinder und Jugendliche gefragt werden, ob sie in den vergangenen drei Monaten irgendwann einmal Kopfschmerzen hatten, dann antworten sieben von zehn mit "Ja".

"Das ist in etwa die Größenordnung, die wir auch bei Erwachsenen haben", hat der Vizepräsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG), Dr. Andreas Straube, betont.

Gymnasialschüler häufiger betroffen als Hauptschüler

Leistungsstress und Schreibtischarbeit gelten als Risikofaktoren für Kopfweh bei Kindern, auch wenn die Datenlage eher dünn ist.

"Wir wissen, dass Gymnasialschüler ein doppelt so hohes Kopfschmerz-Risiko haben wie Hauptschüler", sagte Straube beim Kongress der deutschen und internationalen Kopfschmerz-Gesellschaften DMKG und IHS in Berlin.

Ibuprofen wird eingesetzt

Regelmäßige Nutzung von MP3-Playern sei mit einer höheren Kopfschmerz-Inzidenz assoziiert. Körperliche Aktivität gelte als eher protektiv. Eine ganz andere Frage ist die nach der optimalen Behandlung für Kinder mit Kopfschmerzen.

"Von medikamentöser Seite wird in der Regel Ibuprofen eingesetzt, und das ist auch sehr effektiv", betonte der Oberarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Großhadern.

Dass es oft aber auch ohne Arzneien geht, möchten Straube und seine Kollegen in einer Studie zeigen, die - eine Zustimmung des Kultusministeriums vorausgesetzt - an mehreren bayerischen Schulen stattfinden soll. Dabei sollen etwa 1000 Schüler zwischen 13 und 15 Jahren in einer 90-minütigen Unterrichtseinheit über das Thema Kopfschmerzen aufgeklärt werden.

Ein halbes Jahr nach Aufklärung werden die Kinder nochmals befragt

Die Symptome werden dargestellt. Die Assoziation zwischen Kopfweh und Stress wird erläutert. Maßnahmen zur Stressreduktion werden vorgestellt. Und vor allem werden einige einfache sportliche Übungen empfohlen, die regelmäßig und ohne großen Aufwand praktiziert werden können.

Ein halbes Jahr nach dieser Aufklärung wird dann bei den Kindern, die anfangs Probleme mit Kopfschmerzen angegeben hatten, noch einmal nachgefragt, was sich geändert hat.

Straube: "Wir wissen aus einer norwegischen Studie zum medikationsassoziierten Kopfschmerz bei Erwachsenen, dass sich allein durch gute Aufklärung die Häufigkeit von Kopfschmerz-Episoden signifikant verringern lässt. Warum soll das bei Kindern nicht auch funktionieren?"

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Von DiGA bis Chatbot

Wie Dr. KI die rheumatologische Versorgung verbessert

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte