Ausgezeichnet

Schulung für Angehörige von demenzkranken Migranten

Ein Kölner Beratungsprojekt ist mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie ausgezeichnet worden.

Von Merlin Schulz Veröffentlicht:

KÖLN. Der steigenden Zahl demenzkranker Menschen mit Migrationshintergrund stehen in Deutschland nur wenige Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Um diesem Mangel entgegenzuwirken, bietet das Gerontopsychiatrische Zentrum (GPZ) in Köln die "Schulungsreihe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz" seit 2011 auch auf Türkisch und Russisch an. Dafür erhielt das Projekt nun den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie.

In der Schulung lernen Angehörige, mit der Krankheit und der veränderten Situation umzugehen, über Symptome und Krankheitsverlauf, die Behandlung bis hin zur Pflegeversicherung.

Auch beim Ausfüllen von Versicherungsformularen erhalten die Migranten Unterstützung. Die Schulungen werden von türkischen Angehörigen gut angenommen, die Teilnehmerzahl des russischen Kurses ist noch überschaubar.

Sprache ist nur noch selten ein Problem

Sprachprobleme seien nicht der Grund für die oft unzureichende Versorgung von Patienten mit Demenz, sagt die Sozialarbeiterim GPZ, Sigrid Steimel. "Zwischen Arzt und Patient ist eine Sprachbarriere nur noch selten vorhanden."

Neben den vielen türkischen Ärzten in Köln gibt es auch fast immer einen Verwandten, der sich bereiterklärt, beim Arzt zu übersetzen. "Empathie und Zuhören können sind wichtiger als reines Sprachverständnis", sagt Steimel.

Ein größeres Problem ist, dass die Patienten sich ihre Defizite häufig nicht eingestehen möchten und versuchen, die Krankheit vor Ärzten und Angehörigen zu verbergen.

Dies komme zwar in allen Kulturen vor, aber gerade in muslimischen Kreisen sei es nicht selten, dass Vergesslichkeit und Verwirrtheit im Alter als Strafe für ein falsch gelebtes Leben betrachtet werden.

Deshalb sei eine zielgruppenspezifische Aufklärung wichtig. Die erreiche man am besten durch persönliche Gespräche mit Betroffenen und Mund-zu-Mund-Propaganda, erklärt Steimel. "Mit Flyern kriegt man keine Menschen ins Haus."

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