Schweinegrippe-Impfung bei Psoriasis! Was gilt da?

Sollen Patienten mit Psoriasis gegen Schweinegrippe geimpft werden, sind dabei einige Besonderheiten zu beachten.

Von Adela Zatecky Veröffentlicht:

LANGEN. Bei Patienten mit Schuppenflechte sollte vor einer Schweinegrippe-Impfung eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Es gilt, sowohl verstärkte lokale Hautreaktionen als auch eine abgeschwächte Immunantwort bei systemischer Kortison-Therapie zu berücksichtigen.

Nach den derzeitigen Impfempfehlungen sollten chronisch Kranke bevorzugt gegen Schweinegrippe geimpft werden. Doch gilt das auch für Psoriasis-Patienten? Der Deutsche Psoriasis Bund e.V. (DPB) hat sich mit einem Fragenkatalog an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen gewandt, wie in der Dezember-Ausgabe der Verbandszeitschrift PSO Magazin nachzulesen war.

Bislang gebe es für die Psoriasis weder Daten zur A/H1N1-Infektion noch zur Impfung, hat Dr. Karen Brigitta Goetz vom PEI mitgeteilt. Dabei gibt es beachtenswerte Besonderheiten: Infolge des Psoriasis-typischen, isomorphen Reizeffekts kann die Reaktion am Impfort bei manchen Patienten lokal auch das Hautbild verschlechtern. Das wissen diese Patienten aber schon von anderen lokalen Eingriffen, wie Blutentnahmen und anderen Impfungen, und können das Risiko dieser Nebenwirkungen meist selbst am besten einschätzen. Andere, mit Psoriasis assoziierte unerwünschte Wirkungen seien bislang nicht bekannt, so das PEI.

Befürchtungen, dass die adjuvantierte A/H1N1-Vakzine Pandemrix® das Immunsystem allgemein stimuliere und damit die Psoriasis generell verschlimmere, sind aus Sicht des PEI unbegründet. Denn die durch das Adjuvans hervorgerufene Verstärkung der Immunreaktion sei auf die Impfstelle begrenzt: "Verstärkt wird also nicht das Immunsystem allgemein, sondern speziell nur die Interaktion des Impfstoffes mit den wenigen Immunzellen am Ort der Impfung", erläutert Goetz.

Darüber hinaus sollte bei der Impfung von Psoriasis-Patienten auch eine systemische Therapie berücksichtigt werden. Denn unter der Therapie mit systemischen Steroiden kann die Impfwirkung eventuell verzögert oder schwächer sein. Dadurch kann eine zweite Impfdosis notwendig werden.

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