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Kommentar zum Nutzen von Zink bei Erkältungen

Sechs statt sieben Tage

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Die ärztliche Kunst kommt an ihre Grenzen, wenn es um die Behandlung banaler Erkältungen geht. Medikamente können die Beschwerden zwar abschwächen, aber nicht abkürzen. Eine Erkältung dauert unbehandelt eine Woche, mit Behandlung sieben Tage - dieser alte Spruch hat immer noch seine Berechtigung.

Insofern ist es ein Fortschritt, wenn Zink, wie das eine Cochrane-Analyse ergeben hat, die Erkrankungsdauer um einen Tag verkürzen kann. Unkomplizierte Erkältungen verursachen immerhin einen Großteil aller Arztbesuche und aller Fehlzeiten in Schule und Beruf.

Die Erfolgsmeldung der Cochrane-Wissenschaftler steht jedoch zu Recht unter Vorbehalt. Wegen der heterogenen Datenlage können sie nicht entscheiden, welche Darreichungsform und Dosierung optimal ist. Auf der sicheren Seite soll man mit Lutschtabletten in einer Tagesdosierung von 75 Milligramm sein.

Das entspricht allerdings dem Fünf- bis Zehnfachen des Zinkbedarfs eines Westeuropäers. Ab 100 Milligramm ist mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu rechnen. Schon der Geschmack der Lutschtabletten gilt als unangenehm.

Ob die Verkürzung einer Erkältung von sieben Tage auf sechs Tage diese Beeinträchtigungen aufwiegt, ist wohl eine Geschmackssache.

Lesen Sie dazu auch: Cochrane-Analyse: Zink verkürzt die Erkältung

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