FDA bestätigt Verdacht

Sehr seltene Krebsart durch Brustimplantate

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BERLIN. "Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat den Verdacht bestätigt, dass Brustimplantate das sehr seltene großzellige anaplastische Zell-Lymphom (ALCL) auslösen können", wird Professor Raymund Horch, in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) zitiert, und mahnt zugleich zur Besonnenheit. Denn, diese Krebsart sei extrem selten, und die FDA rate daher auch nicht dazu, Implantate vorsorglich entfernen zu lassen – sie rufe lediglich dazu auf, wachsam zu sein und bei Beschwerden in der Brust an die Erkrankung zu denken, erläutert der Professor für Plastische Chirurgie an der Universität Erlangen.

Information und Aufklärung zentral

In diesem Sinne habe auch die DGPRÄC stets agiert. "Bereits 2008 haben wir unsere Mitglieder erstmals auf ALCL hingewiesen. 2011 wurden die Aufklärungsbögen auf unsere Veranlassung um diesen Warnhinweis ergänzt. Im gleichen Jahr haben wir auch die Öffentlichkeit erstmals informiert", berichtet Horch. "Kausale Zusammenhänge bei einer derart seltenen Erkrankung zu ermitteln, ist komplex. Der FDA ist zu danken, dass sie sich der Frage angenommen hat", konstatiert der DGPRÄC-Präsident und weist darauf hin, dass auch auf EU-Ebene über das "Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks" (SCENIHR) gemeinsame Ermittlungen stattfinden. Ergänzend gebe es auch ein internationales plastisch-chirurgisches Netzwerk, das sich dazu austausche. "Wichtig ist, dass wir alle wachsam sind. Dabei gilt es, die Bevölkerung behutsam zu informieren. Es gibt keine Veranlassung, sich zu sorgen, wenn Patientinnen beschwerdefrei sind", betont der Experte. Auch wenn ALCL diagnostiziert werde, seien die Heilungschancen gut. Meist genüge bereits das Entfernen des Implantates und des umgebenden Gewebes. Nur in seltenen Fällen sei eine Bestrahlung notwendig.

Register können zur Klärung beitragen

Die FDA hat 359 gemeldete ALCL-Fälle analysiert – darunter befanden sich neun Todesfälle. "Angesichts der enorm hohen Anzahl von Brustimplantaten, die in den letzten 50 Jahren für rekonstruktive oder ästhetische Eingriffe genutzt wurden, ist die Zahl der Meldungen sehr gering", so Horch. Ein Zusammenhang lasse sich nur schwer belegen, da die Implantat-Gesamtmenge völlig unklar sei. "Ich kann an dieser Stelle nur unsere langjährige Forderung nach einem verpflichtenden Implantatregister wiederholen", betont Horch. Nur mit systematisch erhobenen Daten ließen sich verlässlich quantitative Angaben machen. (eb)

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