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Sitagliptin - neue orale Option bei Typ-2-Diabetes

WIESBADEN (hbr). Mit Sitagliptin (Januvia) ist der erste orale Inkretin-Verstärker in Deutschland zur Therapie von Typ-2-Patienten in die Apotheken gekommen. Sitagliptin bessert die Diabeteseinstellung ohne Hypoglykämie- Risiko und wirkt gewichtsneutral.

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Seine Glukose-regulierende Wirkung entfaltet Sitagliptin, indem es den Abbau körpereigener Inkretinhormone wie GLP-1 (Glucagon-like-Peptide 1) verzögert und so ihre Wirkung verlängert. Das Inkretin GLP-1 wird nach dem Essen im Dünndarm gebildet; es regt die Insulinproduktion und -sekretion an.

Gleichzeitig sinkt die Glukagonfreisetzung im Pankreas und die Glukoseproduktion der Leber. Das verbessert die Blutzuckerkon-trolle. Die Inkretin-Abbauhemmung beträgt 80 Prozent und hält etwa 24 Stunden an. Das berichtete Professor Reinhard Bretzel von der Universität Gießen beim Internisten-Kongress in Wiesbaden bei einem von MSD unterstützten Symposium.

Zugelassen ist Sitagliptin in Kombination mit Metformin oder einem Glitazon, wenn diese jeweils mit Diät und Bewegung nicht mehr genügen. In Studien stieg mit dem Wirkstoff der Teil der Patienten, die einen HbA1c-Wert unter sieben Prozent erreichten, signifikant: In der Monotherapie schafften das mit Placebo 17 Prozent, mit dem Gliptin 41 Prozent. Mit Metformin plus Placebo erreichten nur 18 Prozent der Probanden den Zielbereich. Wurde Metformin mit Sitagliptin ergänzt, stieg die Rate auf 47 Prozent. Ähnlich gut schnitt die Kombination mit einem Glitazon ab: In der Placebogruppe konnten nur 23 Prozent ihren HbA1c-Wert unter sieben Prozent senken, kombiniert Behandelte waren zu 45 Prozent erfolgreich.

Auch im Vergleich zu Sulfonylharnstoff (SH) zeigten sich Vorteile. Dabei erhielten mit Metformin schlecht eingestellte Typ-2-Diabetiker zusätzlich 100 mg Sitagliptin täglich oder bis zu 20 mg eines SH. Die Ergebnisse der 805 Teilnehmer nach einem Jahr belegen für beide Gruppen die gleiche HbA1c-Senkung um 0,7 Prozentpunkte bei einem Ausgangs-Wert von 7,5 Prozent. Bei Ausgangswerten zwischen neun und zehn Prozent reduzierten sich die Werte um 1,7 Prozentpunkte.

Jedoch nahmen mit dem Gliptin die Patienten 1,5 kg ab, mit Sufonylharnstoff jedoch mehr als 1 kg zu. Eine Unterzuckerung erlebt jeder Dritte mit SH. Beim Gliptin lag die Rate auf Placeboniveau. Die unerwünschten Wirkungen des Gliptins liegen im Placebobereich, sagte der Diabetologe. Der Wirkstoff wird in einer Dosis von einmal täglich 100 mg eingesetzt.

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