Hautkrebs / Melanom

Solarien machen süchtig

DALLAS (hub). Warum legen sich einige Menschen dauernd zum Bräunen unter UV-Röhren, auch wenn sie wissen, dass sie so ihr Melanomrisiko hoch treiben? Die Antwort ist simpel: Sie sind süchtig.

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Eine Frau bräunt sich: Wer dauernd ins Solarium rennt, könnte süchtig danach sein.

Eine Frau bräunt sich: Wer dauernd ins Solarium rennt, könnte süchtig danach sein.

© blickwinkel/imago

Zu diesem Schluss kommt eine Studie vom Southwestern Medical Center in Dallas mit häufigen Nutzern von Solarien.

Sie wurden entweder unter Röhren gelegt, die UV-Licht emittierten oder bei denen der UV-Anteil weggefiltert wurde.

Hirne zeigen Aktivität in Regionen für Freude

Das Ergebnis erstaunte: Nur wenn die Probanden unter dem UV-Licht lagen, zeigte sich in ihren Hirnen eine Aktivität in den Regionen für Freude und Belohnung, teilt das Center mit.

Auch bei Personen, die abhängig von Alkohol oder illegalen Drogen sind, finden sich solche Hirnaktivitäten.

Die Sucht-Hypothese könnte erklären, warum in den USA die Nutzung von Solarien zunimmt, obwohl gleichzeitig auch das Wissen um die möglichen Gefahren steigt.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Horst Grünwoldt

Sucht

Ob Solarienbesucher die klassischen Suchtkriterien erfüllen, scheint mir zweifelhaft. Trotz handfester Warnungen vor dem Abusus der intensiven UV-Bestrahlung scheinen gerade bildungsferne Menschen an künstlichen Bräunungen besonderes Interesse zu haben.
Asiatinnen, die mit der Hautbräune das Berufsbild Bäuerin oder Straßenarbeiter verbinden, schützen bekanntlich ihre noble Blässe wie das bei uns auch einmal üblich war.
Was spricht aber dagegen, während der Ganzkörper vermummten Jahreszeit einen wohltuenden Schwimmbad- und Saunabesuch mit einer zehnminütigen UV-Dusche zu verbinden? Schließlich wird weniger die Bräunung, als vielmehr die Stimulation unserer Abwehrkräfte damit angestrebt. Das damit einhergehende Eingeschlossensein für kurze Zeit in einem "UV-Sarg" dürfte für die meisten von uns kaum suchterregend sein.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt aus Rostock


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