Sono und MRT decken Ursache der Schwellung am Knöchel auf

Schmerzen und Schwellungen hinter dem Außenknöchel können von verschiedenen Weichteilveränderungen herrühren. Häufig unterschätzt werde die Bedeutung krankhaft veränderter Peronealsehnen, meinen Orthopäden aus Bayern.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

In der orthopädischen Abteilung des Klinikums Neumarkt in der Oberpfalz stellte sich eine 42-jährige Frau mit schmerzhafter Schwellung hinter dem rechten Außenknöchel vor, berichten Privatdozent Dr. Alexander Schuh und Dr. Wolfgang Hönle (MMW 1-2, 2009, 5). Die Schmerzen bestünden bereits seit einem halben Jahr, so die Patientin. Die Röntgenaufnahme des oberen Sprunggelenks war unauffällig.

Mögliche Gründe für derartige Beschwerden sind nach Angaben von Schuh und Hönle:

  • Rupturen oder Teilrupturen von Sehnen,
  • Sehnenluxationen oder -subluxationen,
  • Frakturen des Os peroneum (akzessorischer Knochen in der langen Peroneussehne),
  • Rupturen der peronealen Retinacula,
  • Tendovaginitis der Peronealsehnen,
  • anatomische Varianten der Peronealmuskulatur. Dies könne etwa ein weit nach distal reichender Muskelbauch des Musculus peronaeus brevis sein, so die Autoren.

Um Ursache von Schmerzen und Schwellung zu klären, ist eine sonografische und/oder kernspintomografische Untersuchung nötig. Zunehmend werde auch die Tenoskopie (Sehnenspiegelung) der Peronealsehnen zur Diagnostik angewendet, berichten die Orthopäden.

Bei der Patientin ergab die MRT eine ausgeprägte Tendovaginitis der Peronealsehnen mit entsprechendem Halo-Phänomen in der kernspintomografischen Darstellung. Behandelt wird in solchen Fällen zunächst antiphlogistisch sowie mit therapeutischer Lokalanästhesie und Elektrotherapie. Sollte die konservative Therapie die Beschwerden nicht wesentlich bessern, müssen die Peronealsehnen chirurgisch aufgesucht und eine Synovektomie vorgenommen werden. Bei Sehnenteilrupturen sind Rekonstruktionen erforderlich, bei Sehnenluxation die Rekonstruktion des Gleitlagers. Peronealsehnen können auch endoskopisch débridiert und geglättet werden. Bei Rissbildungen muss jedoch offen operiert werden.

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