Start mit Irinotecan bessert die Prognose

BERLIN (awa). Mit den Kombinationstherapien FOLFIRI (Irinotecan/5-Fluorouracil/Folinsäure) und FOLFOX6 (Oxaliplatin/5-Fluorouracil/Folinsäure) überleben Patienten mit metastasiertem Darmkrebs länger als 20 Monate. Im Vergleich zur umgekehrten Reihenfolge blieben die Patienten mit der Sequenz FOLFIRI gefolgt von FOLFOX6 drei Monate länger progressionsfrei.

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Wie Professor Claus-Henning Köhne aus Dresden beim Deutschen Krebskongreß in Berlin berichtet hat, geht dies aus den Ergebnissen einer Phase-III-Studie mit 226 Patienten hervor. Untersucht wurden die Wirksamkeit und Verträglichkeit von FOLFIRI als Erstlinientherapie gefolgt von FOLFOX6 sowie die umgekehrte Reihenfolge.

Begann die Therapie mit dem Topoisomerase-I-Hemmer Irinotecan (Campto®), waren die Patienten im Median 14,2 Monate progressionsfrei und lebten noch 21,5 Monate. Wurde zuerst mit Oxaliplatin behandelt, betrug das progressionsfreie Überleben knapp 11, das Gesamtüberleben 20,6 Monate.

Mit diesen modernen Kombinationstherapien sei die Überlebenszeit im Vergleich zu einer rein supportiven Behandlung mehr als verdreifacht, betonte Köhne bei einer Veranstaltung des Unternehmens Aventis. Die zusätzliche Applikation von Irinotecan zu 5-Fluorouracil (5-FU) plus Folinsäure (FS) habe in zwei von drei Studien ergeben, daß Irinotecan das Überleben um mehr als drei Monate verlängert im Vergleich zur alleinigen Therapie mit 5-FU plus FS.

Die unerwünschten Wirkungen von FOLFIRI und FOLFOX6 unterschieden sich, je nach Reihenfolge der Applikation. Mit Irinotecan in der Erstlinienbehandlung im Vergleich zu Oxaliplatin als erste Therapie traten signifikant weniger unerwünschte Wirkungen Grad 3 und 4 (53 versus 74 Prozent) oder schwere Neutropenien (24 versus 44 Prozent) auf und gar keine Neurotoxizitäten (0 versus 34 Prozent). Die Rate an schweren Diarrhöen unterschied sich nicht signifikant.

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