Prostata-Karzinom

Statine: Hinweise auf Schutz vor Prostatakrebs

CHICAGO (rf). Statine senken möglicherweise das Risiko für Prostatakrebs. Hinweise darauf haben sich in einer großen Beobachtungsstudie aus den USA bestätigt.

Veröffentlicht:

Demnach hatten Männer, die langfristig Statine einnahmen, ein etwa dreifach geringeres Erkrankungsrisiko als Männer ohne diese Therapie. Besonders vor aggressiven Prostatakarzinomen könnten die Medikamente schützen.

Je länger die Statintherapie dauerte, desto geringer waren das Prostatakrebsrisiko und die Wahrscheinlichkeit, dass die Werte des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) in den verdächtigen Bereich stiegen und eine Biopsie nötig wurde. Das berichtete Dr. Rodney Breau beim Kongress der US-amerikanischen urologischen Fachgesellschaft (AUA) in Chicago.

In der Studie wurden knapp 2500 Männer im Median 14 Jahre lang beobachtet. Unter ihnen waren 616 Männer mit Statin-Behandlung, von denen 75 (12 Prozent) biopsiert wurden und 30 (5 Prozent) an einem Prostatakarzinom erkrankten. Das Risiko für eine Biopsie war um 61 Prozent und das für ein Prostatakarzinom um 62 Prozent geringer als bei Männern ohne Statin-Einnahme.

Gründe für protektive Effekte noch unklar.

Die Gründe für die Schutzwirkung sind noch unklar. Möglich sei, dass Männer mit Statintherapie einfach einen gesünderen Lebensstil pflegten, aber auch, dass Statine direkt gegen Prostatakarzinome wirksam sind, sagte Breau. Als wahrscheinlichster Wirkmechanismus gilt hier die antiinflammatorische Wirkung von Statinen.

In einer zweiten in Chicago vorgestellten Studie korrelierte die Statin-Einnahme mit einem um 72 Prozent niedrigeren Entzündungsgrad in Prostatakarzinomzellen. Das ergab eine Analyse histologischer Befunde bei 254 Männern nach radikaler Prostatektomie (RP), von denen etwa die Hälfte mit Statinen behandelt worden war. Ein hoher Entzündungsgrad ist mit aggressiveren Tumoren assoziiert. Ebenfalls nach RP wurde in einer dritten Studie ein Zusammenhang zwischen Statin-Einnahme und einem um 30 Prozent verringerten Risiko für Karzinomrezidive beobachtet.

Mehr zum Thema

Empfehlungen aktualisiert

Leitlinie zum Prostatakrebs in Version 6.0

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Pro Tasse Kaffee am Tag sinkt das Arrhythmierisiko Studienergebnissen zufolge um etwa drei Prozent.

© Katie Chizhevskaya / stock.adobe.com

Britische Studie

Kaffee bringt Herz wohl nicht aus dem Tritt

Überraschend für Tokio qualifiziert: Begeisterung bei deutschen Basketball-Nationalspielern.

© Tilo Wiedensohler / dpa / picture alliance

Dr. Thomas Neundorfer im Interview

Basketball-Teamarzt: „Lassen uns die Vorfreude auf Olympia nicht verderben!“

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will eine Vorentscheidung über die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffs für Kinder treffen.

© Robin Utrecht/picture alliance

„Spikevax“ von Moderna

Zulassung eines zweiten Corona-Impfstoffs für Teenager empfohlen