Statine sind kein Schutz gegen Kammerarrhythmie

OXFORD (ob). Eine Lipidtherapie mit Statinen senkt in moderatem Maß das Risiko für den plötzlichen Herztod. Für einen Schutzeffekt dieser Lipidsenker gegen ventrikuläre Tachyarrhythmien fanden die Autoren einer neuen Metaanalyse gleichwohl keine Belege.

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Bei rund der Hälfte aller Todesfälle infolge Herzerkrankungen handelt es sich um einen Herzstillstand oder plötzlichen Herztod. Oft ist ein akuter thrombotischer Koronarverschluss die eigentliche Ursache, wobei eine ventrikuläre Tachyarrhythmie als Komplikation hinzukommen kann. Solche Tachyarrhythmien können aber auch die primäre Ursache des Herztodes sein.

Unstrittig ist, dass Statine über antiatherogene Effekte ischämischen Koronarereignissen vorbeugen. In nicht randomisierten Studien ist zudem eine Assoziation mit einem reduzierten Risiko für ventrikuläre Arrhythmien beobachtet worden, was für eine direkte antiarrhythmische Wirkung der Statine sprechen könnte.

Eine Forschergruppe um Dr. Kazem Rahimi aus Oxford ist der Sache jetzt in einer Metaanalyse auf Basis von 29 randomisierten kontrollierten Statinstudien auf den Grund gegangen (Eur Heart J 2012; online 3. Februar). Daten von mehr als 113 000 Studienteilnehmern wurden ausgewertet.

Risiko für Herztod wurde durch Statine gesenkt

Danach war die Zahl der plötzlichen Herztode durch die Behandlung mit Statinen im Vergleich zu Kontrollen signifikant um 10 Prozent reduziert worden (1131 versus 1252). Die Zahl der dokumentierten ventrikulären Tachyarrhythmien unterschied sich dagegen nicht signifikant (212 versus 209).

Und auch die Analyse aller aufgetretenen Fälle von Herzstillstand ergab keinen relevanten Unterschied (82 versus 78). Das Risiko für einen Herztod, der sich nicht als plötzliches Ereignis manifestierte, wurde dagegen durch Statine signifikant um 22 Prozent gesenkt (1235 versus 1553).

Nach diesen Ergebnissen scheint die Erwartung, mit Statinen ventrikuläre Arrhythmien direkt verhindern zu können, wohl illusorisch zu sein.

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