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Statine überzeugen auch auf langer Distanz

OXFORD (ob). Das Krebsrisiko steigt nicht, tödliche Erkrankungen nehmen nicht zu - auch langfristig sind Statine in der Cholesterinsenkung eine sehr sichere Sache. Das zeigen neue Studiendaten aus England.

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Fall für Statine: Koronar-Plaque im Radiofrequenz-Ultraschall.

Fall für Statine: Koronar-Plaque im Radiofrequenz-Ultraschall.

© Dr. A. König / AG IVUS

Statine haben die medikamentöse Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen revolutioniert.

Die Studien, die den prognostischen Nutzen dieser potenten Lipidsenker dokumentieren, haben aber bestenfalls eine Laufzeit von fünf Jahren.

Zusammenhang zwischen starker Cholesterinsenkung und Krebs vermutet

Es gab Befürchtungen, dass starke Cholesterinsenkung auf längere Sicht die Entwicklung von nicht vaskulär bedingten Erkrankungen wie Malignome begünstigen könnte.

Ergebnisse aus Beobachtungsstudien legten etwa eine Assoziation von sehr niedrigen LDL-Cholesterinwerten mit einem erhöhten Risiko für maligne Erkrankungen nahe.

HPS-Studie ausgewertet

Suggeriert wurde etwa eine Zunahme von kolorektalen Karzinomen. Methodische Schwächen dieser Studien erlauben aber keine endgültigen Schlussfolgerungen.

Für eine zuverlässige Beurteilung bedarf es aber der Daten aus prospektiven randomisierten Studien. Solche Daten zur langfristigen Sicherheit von Statinen legen jetzt die Autoren der HPS-Studie (Heart Protection Study) vor (Lancet 2011; online).

Gesamtbeobachtungsdauer beträgt nun elf Jahre

Zur Erinnerung: In HPS sind 20.500 Patienten mit erhöhtem vaskulären Risiko etwas mehr als fünf Jahre lang mit Simvastatin (40 mg/Tag) oder Placebo behandelt worden.

Die Reduktion des LDL-Cholesterins um etwa 40 mg/dl verringerte die Rate kardiovaskulärer Ereignisse um knapp ein Viertel (21,0 versus 26,4 Prozent).

Nach Ende der Studie sind die Teilnehmer weitere sechs Jahre lang nachbeobachtet worden, so dass die Gesamtbeobachtungsdauer jetzt elf Jahre beträgt.

Mit Simvastatin erzielte reduzierte Ereignisrate blieb erhalten

In dieser Zeit stieg auch in der zuvor mit Placebo behandelten Gruppe der Anteil der Patienten mit verordneter Statintherapie auf knapp 85 Prozent, die LDL-Cholesterinwerte in beiden Gruppen glichen sich dadurch an.

Die in der aktiven Studienphase mit Simvastatin erzielte Reduktion der Ereignisrate blieb auch in der Folgezeit erhalten.

Infolge der Angleichung der lipidsenkenden Therapie in beiden Gruppen nach Ende der Doppelblindphase drifteten die Ereignisraten in der Folgezeit – abgesehen vom ersten Jahr – nicht weiter auseinander.

In der sechsjährigen Verlängerungsphase betrugen die Ereignisraten bei den zuvor der Simvastatin- und Placebogruppe zugeteilten Patienten 21,7 Prozent respektive 22,5 Prozent.

Kein Hinweis auf Zunahme nicht vaskulärer Todesfälle

Auch im verlängerten Beobachtungszeitraum ergaben sich nicht die geringsten Anhaltspunkte dafür, dass der Vorteil der verringerten kardiovaskulären Mortalität durch eine Zunahme von Krebserkrankungen oder tödlichen Erkrankungen nicht vaskulärer Genese geschmälert wurde.

In der aktiven Studienphase lagen die Raten für die nicht vaskulär bedingte Mortalität bei 5,6 Prozent (Simvastatin) und 6,0 Prozent (Placebo), in der angeschlossenen Beobachtungsphase dann bei 10,6 Prozent respektive 10,9 Prozent.

Auch die Analyse spezifischer Todesursachen einschließlich Krebs ergab keine relevanten Unterschiede.

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