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Palliativmedizin

Sterbephase: Mundtrockenheit besonders belastend

In der Sterbephase sollte auf künstliche Flüssigkeitszufuhr verzichtet werden. Wichtig ist aber eine sorgfältige Mundpflege.

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Die Frage, ob und wie lange bei Sterbenden die künstliche Zufuhr von Flüssigkeit erfolgen soll oder sogar muss, wird immer wieder kontrovers diskutiert.

"Unabhängig von anderen Zielen der medizinischen Behandlung hat der Arzt bei Palliativpatienten in jedem Fall für eine Basisbetreuung zu sorgen", erläuterte Dr. Klaus Maria Perrar vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln. Dazu gehöre auch das Stillen von Hunger und Durst. Doch das Sterben dürfe durch Unterlassen, Begrenzen oder Beenden einer begonnenen medizinischen Behandlung ermöglicht werden, wenn dies dem Willen des Patienten entspricht. "Dies gilt auch für die künstliche Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, zumal diese für Sterbende eine schwere Belastung darstellen können", so Perrar beim Kongress der DGIM. Sterbende verspürten keinen Durst, quälend sei jedoch die Mundtrockenheit.

Ein Verzicht auf eine assistierte Ernährung und Hydration in der Sterbephase hat für den Betroffenen sogar wesentliche Vorteile: Weniger pulmonale Sekretion, Stau, Husten und Luftnot, weniger Urinausscheidung, weniger Magen-Darm-Inhalt und dadurch weniger Erbrechen, Übelkeit, abdominelle Schmerzen, Völlegefühl, Durchfall, weniger Lagerungswechsel, weniger periphere Ödeme, weniger Schmerzen und Unwohlsein durch Zugänge und Schläuche, weniger Fixierung, um eine Manipulation an Schläuchen zu verhindern.

"Künstliche Flüssigkeitszufuhr bringt keine Verbesserung von Symptomen, Lebensqualität und Überlebenszeit", sagte Perrar. Auch lindere eine Flüssigkeitszufuhr nicht die Mundtrockenheit. Wichtiger sei vielmehr eine sorgfältige Mundpflege. Die Beseitigung von Mundtrockenheit, egal womit, gehöre zur Symptomkontrolle in der Sterbephase. (sti)

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