Knötchen und Polypen

Steroide heilen lädierte Stimmbänder

Patienten mit Knötchen oder Polypen der Stimmbänder profitieren von einer intraläsionalen Steroidinjektion: Die Läsionen heilen rasch ab.

Von Peter LeinerPeter Leiner Veröffentlicht:
Lädierte Stimmbänder machen in bestimmten Berufszweigen wie Lehramt oder Kundenservice besonders zu schaffen.

Lädierte Stimmbänder machen in bestimmten Berufszweigen wie Lehramt oder Kundenservice besonders zu schaffen.

© Springer Verlag GmbH

TAIPEH. Dass die intraläsionale Steroidinjektion eine Option bei Knötchen und Polypen der Stimmlippen ist, geht aus mehreren Studien hervor.

Allerdings gibt es keine Erkenntnisse aus Studien mit Patienten, die aus beruflichen Gründen stark beanspruchte Stimmlippen haben. Das haben jetzt HNO-Ärzte aus Taipeh in einer retrospektiven Studie nachgeholt.

Insgesamt 176 Patienten mit Knötchen oder Polypen der Stimmlippen nahmen daran teil. 75 Teilnehmer gaben an, berufsbedingt stark belastete Stimmlippen zu haben: Unter anderem waren 39% Lehrer, 18% Verkäufer, 17% Angestellte im Kundenservice und 7% Berufssänger. 76 Patienten hatten Knoten, 100 Patienten Polypen.

Bilanz ein und zwei Monate nach Therapie

92 Studienteilnehmer erhielten intraläsionale Steroidinjektionen – eine Mischung aus Triamcinolon und Dexamethason –, 84 Teilnehmer entschieden sich für stimmhygienische Maßnahmen gegen ihr Leiden, etwa für Phonationsübungen. Sie sollten zudem für eine ausreichende Hydratation sorgen und Räuspern vermeiden.

Die objektive Beurteilung der Stimmlippenläsionen erfolgte vor sowie einen Monat und zwei Monate nach der Therapiemaßnahme mithilfe der Videolaryngostroboskopie.

Wie die HNO-Ärzte um Dr. Chi-Te Wang berichten, profitierten Patienten mit Steroidinjektionen mehr von den Maßnahmen als die Patienten der Vergleichsgruppe (Laryngoscope 2013, online 30. Juli).

So lag die Reduktion der Läsionen einen Monat nach der Therapie bei Patienten nach Injektionen bei 39% (95%-Konfidenzintervall zwischen 30% und etwa 49%), in der Vergleichsgruppe dagegen nur bei 6% (95%-Konfidenzintervall zwischen -4% und etwa 17%; der negative Wert entspricht einer Vergrößerung der Läsion).

Seltener mikrochirurgische Interventionen nötig

Nach zwei Monaten waren die Werte mit 46% versus 24% ebenfalls signifikant verschieden.

Ein weiterer Vorteil der Injektionen: Es waren seltener mikrochirurgische Interventionen erforderlich als in der Vergleichsgruppe (11% versus 43%).

Betrachteten die HNO-Ärzte nur die Gruppe der Patienten, die ihre Stimmbänder berufsbedingt stark beanspruchten, stellte sich heraus, dass jene mit Steroidinjektionen (38 Patienten) einen Monat und zwei Monate später signifikant stärker von der Behandlung durch eine Reduktion der Läsionen profitierten als Studienteilnehmer mit ausschließlich stimmhygienischen Maßnahmen (37 Patienten). Bei ihnen verkleinerten sich die Läsionen nicht.

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