Stoppt Substanz aus Tee Plaques bei Alzheimer?

BERLIN (mut). EGCG aus grünem Tee verhindert typische Parkinson- und Alzheimer Plaques - zumindest in vitro, berichten Berliner Forscher. Ein erster Hinweis deutet aber auch auf eine klinische Wirkung bei Amyloidosen.

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EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) kann möglicherweise die Plaquebildung im Gehirn bei Parkinson und Alzheimer umkehren. Statt neurotoxischer Proteinablagerungen bilden sich durch EGCG ungiftige Eiweißaggregate. Das haben Forscher aus der Arbeitsgruppe von Professor Erich Wanker am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch festgestellt - bislang allerdings nur in Reagenzglasversuchen und in Nervenzellmodellen. Die Arbeit ist jetzt online in der Zeitschrift "Nature Structural and Molecular Biology" erschienen.

EGCG bindet in einer sehr frühen Phase direkt an die noch ungefaltete Proteine und verhindert damit, dass sich durch Fehlfaltung giftige, unlösliche Aggregate entwickeln können. EGCG unterbricht auf diese Weise die Kaskade der Proteinfehlfaltung. Zwar bilden sich dennoch Proteinablagerungen, etwa Amyloid- und Synuclein-Aggregate, wie sie bei Alzheimer und Parkinson vorkommen, diese sind jedoch offenbar harmlos, haben Tests ergeben.

Darauf, dass grüner Tee auch klinisch wirksam ist, deutet ein Selbstversuch von Professor Werner Hunstein aus Heidelberg (wir berichteten). Der emeritierter Hämatologe ist an der erblich bedingten systemischen Leichtketten-(AL) Amyloidose erkrankt. Sie führte bei ihm zu einer zunehmenden Herzschwäche. Nach einer erfolglosen Chemotherapie erfuhr er von den Ergebnissen der Berlinern Forscher. Seither trinkt er jeden Tag 1,5 Liter grünen Tee. Schon nach wenigen Wochen bildete sich die amyloidosebedingte Septumdicke des Herzens deutlich von 16,5 mm auf 12,1 mm zurück.

Weitere Infos gibt es auf: www.mdc-berlin.de/de/news

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