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Stoßwellen fördern die Knochenheilung bei Pseudarthrosen

MAINZ (ner). Mit extrakorporaler hochenergetischer Stoßwellentherapie (ESWT) kann womöglich die Knochenheilung angeregt werden. Mainzer Orthopäden halten einen Therapieversuch daher bei Pseudarthrosen dann für gerechtfertigt, wenn andere Versuche mißlangen.

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Professor Jan-Dirk Rompe und seine Kollegen von der Orthopädischen Uni-Klinik in Mainz berichten über eigene Erfahrungen bei 43 Patienten, deren Pseudarthrosen der unteren Extremitäten bereits 9 bis 51 Monate alt und trotz operativer Eingriffe nicht verheilt waren.

Bei ihnen hatten die Orthopäden einmalig 3000 Impulse der Energiestufe 9 (Energiedichte 0,6 mJ/mm2) unter Bildwandlerkontrolle verabreicht. Nach durchschnittlich vier Monaten waren 31 der 43 Pseudarthrosen knöchern durchbaut, so daß die Patienten die jeweilige Extremität voll belasten durften. Bis auf lokale Hämatome traten keine unerwünschten Wirkungen auf (Trauma Berufskrankh 6/Suppl 3, 2004, S357).

Allerdings ließen die bislang bekannten Untersuchungen zur hochenergetischen ESWT mehr Fragen unbeantwortet als beantwortet, weshalb die Methode nur in klinischen Studien angewandt werden sollte. Die Erfolgsquoten schwanken zwischen 35 und mehr als 80 Prozent, der Wirkmechanismus ist unklar. Offenbar ist bedeutsam, ob es sich um eine aktive oder bereits inaktive Pseudarthrose ohne osteogenetische Aktivität handelt.

Bei Rauchern ist die Prognose schlecht. Die Operation sei nach wie vor Goldstandard, betonen die Mainzer Orthopäden, die die Behandlung wegen eines irreparabel defekten Gerätes sowie aus abrechnungstechnischen Gründen selbst nicht mehr anbieten können.

Bei etwa fünf Prozent der Patienten nach Knochenfraktur muß mit Knochenheilungsstörungen gerechnet werden. Auch bei elektiven Eingriffen, etwa zur Korrektur von Achsfehlstellungen, kommt es in ein bis zwei Prozent der Fälle zu Pseudarthrosen.

Seit langem gibt es Versuche, mit nichtoperativen Verfahren die Heilungstendenz zu beeinflussen, etwa durch Elektrostimulation mit implantierten Elektroden, in einem Kondensatorfeld oder gepulsten Magnetfeld sowie durch niedrigenergetischen gepulsten Ultraschall (wir berichteten). Bislang konnte sich keine dieser Methoden durchsetzen.

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