Ärzte ohne Grenzen

Südafrika setzt neuen Standard bei TB-Therapie

Mit dem Einsatz von Bedaquilin setzt Südafrika neue Maßstäbe in der Behandlung resistenter Tuberkulose-Erreger.

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BERLIN. Als erstes Land weltweit hat Südafrika das Antibiotikum Bedaquilin in nationale Behandlungsrichtlinien für Tuberkulose (TB) aufgenommen, wie Ärzte ohne Grenzen (MSF; Médecins Sans Frontières) berichtet. Das südafrikanische Gesundheitsministerium habe mitgeteilt, dass dort künftig alle Patienten mit resistenten Formen von TB mit Bedaquilin behandelt werden sollen.

Bedaquilin ist eines der wenigen neu entwickelten Medikamente gegen TB, erinnert MSF. Die Therapie mit Bedaquilin habe deutlich weniger Nebenwirkungen als die bisher angewandten Therapien, die in vielen Fällen zu Vertigo, Depressionen oder Taubheit führten.

Für viele Menschen, die an resistenten Formen von TB erkrankt sind, sei Bedaquilin die letzte Chance auf Heilung. Dabei werden Angaben von MSF zufolge weltweit weniger als fünf Prozent der Menschen, die Bedaquilin bräuchten, mit dem Medikament behandelt.

"Die bisherige Standardtherapie für resistente TB heilt nur die Hälfte der Patienten", wird Anja Reuter, die derzeit für Ärzte ohne Grenzen im südafrikanischen Khayelitsha TB-Patienten behandelt, in der Mitteilung zitiert. "In Südafrika haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Behandlung von Patienten mit Bedaquilin zu besseren klinischen Ergebnissen führt." Viele Länder kämen bei der Einführung von Bedaquilin aber nur langsam voran. Südafrika habe nun einen wichtigen Schritt getan.

Um den Einsatz von Bedaquilin in gängige Praxis zu übersetzen, müssten Gesundheitseinrichtungen in Südafrika die entsprechenden Voraussetzungen erhalten, betont MSF. Wichtig sei, dass die Hersteller die Preise für das Medikament senken, denn der hohe Preis stelle bislang ein Hauptproblem für die Verfügbarkeit der Therapie dar. "Der Einsatz von neuen Medikamenten wie Bedaquilin muss Hand in Hand gehen mit einer Dezentralisierung der Behandlung von Patienten mit resistenter TB", heißt es in der Mitteilung. (eb)

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