Fibromyalgie

TENS reduziert den Bewegungsschmerz

Neue Hoffnung für Fibromyalgie-Patienten: Mit einer einzigen TENS-Behandlung lässt sich die körpereigene Schmerzhemmung verbessern. Das zeigt eine US-Studie.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Nach TENS-Behandlung war die konditionierte körpereigene Schmerzhemmung deutlich stärker.

Nach TENS-Behandlung war die konditionierte körpereigene Schmerzhemmung deutlich stärker.

© fotosmile777 / Fotolia.com

IOWA CITY. Die Fibromyalgie wird als klinisches Syndrom mit chronischem Muskelschmerz, Müdigkeit und Erschöpfung sowie eine Druckschmerzhaftigkeit bestimmter Stellen (Tender points) charakterisiert.

Die Wirkung der TENS bei 40 Patienten mit Fibromyalgie und entsprechend zentraler Übererregbarkeit und verminderter Schmerzhemmung haben jetzt Dana L. Dailey und ihre Kollegen von der University of Iowa untersucht (Pain 2013; online 27. Juli).

In der doppelblinden, placebokontrollierten Cross-over-Studie wurden die Probanden in drei Gruppen randomisiert (active TENS, Placebo-TENS und kein TENS).

Vor und nach der einmaligen Behandlung wurden folgende Parameter bewertet: Schmerzstärke, Erschöpfung in Ruhe und unter Bewegung, Druckschmerzgrenze (Pressure Pain Threshold, PTT), 6-Minuten-Gehtest (6MWT), Bewegungsamplitude (Range of motion, ROM), Fünfmal Sitzen und Aufstehen Test (five time sit to stand test (FTSTS) und Einbeinstand (Single leg stance, SLS).

Effekt erst bei Bewegung erkennbar

In Ruhe zeigte sich in allen Gruppen eine ähnliche durchschnittliche Schmerzstärke. Unter Bewegung (6MWT) verbesserten sich in der active-TENS-Gruppe (TENS 60-75 min, zervikal oder lumbal) gegenüber beiden Kontrollgruppen sowohl die Schmerzintensität als auch die Erschöpfung signifikant.

Unmittelbar nach TENS war die Druckschmerzgrenze (PTT) in den behandelten Bereichen an der Wirbelsäule, aber auch an unbehandelten Beinen gegenüber den Kontrollen gestiegen.

Zudem wurde direkt nach der active-TENS-Behandlung eine deutlich stärkere konditionierte körpereigene Schmerzhemmung (Conditioned Pain Modulation, CPM) festgestellt. Funktionelle Verbesserungen (ROM, SLS, FTSTS, 6MWT) konnten durch die Therapie nicht erreicht werden.

Da die Messungen zur Symptomverbesserung direkt im Anschluss an die Stimulation stattfanden, stellt sich nun die Frage, ob eine häufigere oder über einen längeren Zeitraum angewendete TENS die Erfolge weiter steigern kann.

Die Schmerzschwelle erhöhte sich

Fazit: Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) kann bei Patienten mit Fibromyalgie eine kurzfristige Symptomverbesserung unter Bewegung erreichen.

In einer US-Studie erhöhte sich die Schmerzschwelle nicht nur direkt am Wirkort der TENS, sondern auch an unbehandelten Stellen. Zudem waren direkt nach der Therapie die körpereigene Schmerzhemmung sowie die Müdigkeit verbessert.

Mehr zum Thema

Ein Blick in den Versorgungsvertrag der AOK Sachsen-Anhalt

Rückenschmerzen: „Eine frühzeitige Intervention ist sehr wichtig“

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Versorgungsprogramm von AOK und Klinikum Magdeburg

Ganzheitlich gegen den Rückenschmerz

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Vorbereitung für die Obduktion eines Leichnams.

© sudok1 / stock.adobe.com

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt