Direkt zum Inhaltsbereich

TVT-Ausschluss mit zwei schnellen Tests

NEU-ISENBURG (ikr). Besteht der Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT), lässt sich ein solches Ereignis mit einem klinischen Test plus einem Bluttest rasch ausschließen. Eine weitere TVT-Diagnostik wie die farbcodierte Duplexsonografie ist so vermeidbar.

Veröffentlicht:
Wadenschmerz kann eine Venenthombose anzeigen.

Wadenschmerz kann eine Venenthombose anzeigen.

© Foto: KSRwww.fotolia.de

Mehr als 70 Prozent der Patienten, die wegen eines TVT-Verdachts an Spezialisten überwiesen werden, haben keine Thrombose (UK GP Magazine 4, 2008, 160). Einfacher sei es, wenn Hausärzte zunächst den Wells-Test in Kombination mit einem D-Dimer-Test machen, empfehlen britische Kollegen von der Windrush Clinic in Denham.

Der Wells-Test allein ergebe bei nur zehn Prozent der Patienten mit TVT-Verdacht ein negatives Testergebnis, das heißt eine niedrige klinische Wahrscheinlichkeit für eine TVT. Werde zusätzlich der D-Dimer-Test Clearview® Simplify D-Dimer gemacht, lasse sich bei mindestens 40 Prozent eine TVT ausschließen. Eine weitere Diagnostik erübrigt sich.

Beim Wells-Test werden Faktoren bewertet, die die Wahrscheinlichkeit für eine TVT erhöhen oder verringern. Für eine TVT sprechen etwa ein Malignom, ein eindrückbares Ödem am betroffenen Bein, kürzliche Immobilisation oder Lähmung der Beine oder die Differenz des Unterschenkelumfangs im Vergleich zur Gegenseite von mehr als 3 cm. Pro Faktor gibt es einen Punkt. Für Faktoren, die gegen eine TVT sprechen, gibt es Minuspunkte. Kommen weniger als zwei Punkte zustande, ist die TVT-Wahrscheinlichkeit gering.

D-Dimere sind Fibrinspaltprodukte, die bei der Fibrinolyse entstehen. Bei einer Blutkonzentration von weniger als 500 µg/l gilt eine Thrombose als sehr unwahrscheinlich. Bei dem Schnelltest Clearview ® Simplify D-Dimer des Unternehmens inverness medical ist das Ergebnis in etwa 15 Minuten da.

Bei dem Test, der von der GKV bezahlt wird, wird der monoklonale Antikörper DD-3B6/22 verwendet. Unter Berücksichtigung des Wells-Score bietet der Test eine Sicherheit von nahezu 100 Prozent beim Ausschluss einer TVT.

Mehr Infos zum D-Dimer-Schnelltest gibt es unter: http://www.clearview.com/d-dimer_thrombosis.aspx; Infos zum Wells-Test unter: http://www.radiologie-niederrhein.de/radiologie/fortbildung/leitlinie-thrombose-embolie.htm

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neudefinition mit praktischen Konsequenzen

COPD: Schon ab einer moderaten Exazerbation in Gruppe E!

Kaum erforscht

Mit Lungenfibrose wird das Sexleben zum Problem

Lesetipps
Es muss nicht immer die ganze Packung sein. Bei Abklingen der Symptome reicht oft eine kürzere Dauer der Antibiotikatherapie.

© umang / stock.adobe.com

Kürzer ist oft besser

Wann ein Antibiotikum früher abgesetzt werden kann