"Tabak ist das Gesundheitsrisiko Nummer eins"

BERLIN (dpa). Vor allem den Schutz von Kindern hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) beim geplanten strengen Rauchverbot in Bussen, Bahnen und Bundesbehörden im Sinn.

Veröffentlicht:

"Tabak ist das Gesundheitsrisiko Nummer eins", sagte sie am Freitag in der Bundestagsdebatte über das geplante Rauchverbot. 2005 habe es etwa 60 Fälle von plötzlichem Kindstod gegeben, weil die Eltern geraucht hätten.

Das Rauchen soll von September an aus Bussen, Bahnen, Taxis und Bahnhöfen sowie aus Bundesbehörden verbannt werden. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass nur in abgetrennten Räumen das Qualmen noch möglich sein soll. Wer verbotenerweise raucht, muss bis zu 1000 Euro Bußgeld zahlen.

Zudem wird der Jugendschutz verschärft: Zigaretten und andere Tabakwaren sollen nur noch an Erwachsene verkauft werden, nicht mehr schon an über 16- Jährige. Der Bundestag will sich ebenfalls ein striktes Rauchverbot auferlegen. Grünen und Linken gehen die Bundespläne nicht weit genug. Dagegen warnte die FDP vor staatlicher Gängelung.

Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) bezeichnete den Tabakrauch als gefährlichsten Stoff in Innenräumen und verglich ihn mit dem 1993 in Deutschland verbotenen Asbest. Es sei eine "Pflicht und Schuldigkeit", die Nichtraucher vor dem Mitrauchen zu schützen, besonders Kinder und Schwangere. "Die Freiheit des Rauchers endet dort, wo der Schutz des Nichtrauchers beginnt."

Seehofer appellierte ebenfalls an die Länder, keine Ausnahmen für ein Rauchverbot in der Gastronomie zuzulassen. Niedersachsen hatte die Pläne für Ausnahmen in Kneipen und Speiselokalen weitgehend rückgängig gemacht, Nordrhein-Westfalen und das Saarland fordern aber weiter, dass Rauchen in kleinen Kneipen möglich sein soll.

Der Bundestag traf am Freitag keine Entscheidung über den Gesetzentwurf. Die Abgeordneten beraten in Bundestagsausschüssen weiter.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beobachtungsstudie

Forschende schlagen Grenzwerte für sichereren Cannabiskonsum vor

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Lesetipps
Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?