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Therapie bei Osteoporose schützt auch vor Brustkrebs

MARBURG (eim). Der selektive Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen senkt bei Osteoporose-Patientinnen in der Postmenopause signifikant die Rate der Wirbelfrakturen. Das Mittel hat aber noch einen weiteren Nutzen: Es reduziert auch das Risiko für invasive Mammakarzinome deutlich.

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Nach der aktuellen Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (DVO) gehört Raloxifen zu den Medikamenten der ersten Wahl bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose. Daran hat Privatdozent Peyman Hadji von der Universitätsklinik Marburg erinnert.

Das Besondere der Substanz: Sie wirkt am Knochen ähnlich wie ein Östrogen, hat jedoch im Gegensatz zu Östrogen keine stimulierenden Effekte am Endometrium oder am Brustgewebe. Darauf hat Hadji auf einer von Daiichi Sankyo unterstützten Veranstaltung in Marburg hingewiesen. Raloxifen schützt sogar vor Brustkrebs. Hinweise darauf gab es erstmals aus der MORE*-Studie mit 7705 Osteoporose-Patientinnen.

22 Frauen in der Verum-Gruppe hatten nach vier Jahren Therapie ein invasives Mammakarzinom entwickelt, hingegen 39 in der Placebo-Gruppe. Das bedeutet eine relative Risikoreduktion um 72 Prozent (Breast Cancer Research and Treatm 65, 2001, 125). Nach neuen Studiendaten von fast 20 000 Frauen schützt das Osteoporose-Mittel ähnlich effektiv vor Brustkrebs wie Tamoxifen, das in den USA bereits zur Primärprävention von Brustkrebs zugelassen ist (JAMA 295, 2006, 2727).

In der MORE- Studie wurde primär der günstige Effekt von Raloxifen auf die Knochen von Frauen in der Postmenopause untersucht und auch nachgewiesen. Nach einem Jahr war die Rate neu aufgetretener Wirbelfrakturen mit dem Östrogen-Rezeptor-Modulator um 68 Prozent geringer als mit Placebo. Und nach vier Jahren Therapie betrug die Risikoreduktion mit Raloxifen 30 bis 50 Prozent im Vergleich zu Placebo, und zwar sowohl in der Gruppe der Frauen mit als auch ohne vorbestehende Wirbelfrakturen. Zudem hatte das Mittel eine positive Wirkung auf den Knochenstoffwechsel, der wieder auf ein prämenopausales Niveau zurückgeführt wurde.

Zwei weitere Pluspunkte: Raloxifen mindert nach den Ergebnissen einer Beobachtungsstudie starke Knochenschmerzen schnell und nachhaltig, wie Hadji berichtet hat. Außerdem sei das Medikament gut verträglich und müsse nur einmal täglich - zeitunabhängig von Mahlzeiten - eingenommen werden.

*MORE: Multiple Outcome of Raloxifen Evaluation

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