Katzenbisse

Tierliebe mit Folgen

Frauen mittleren Alters sind offenbar besonders häufig Opfer irritierter Katzen. Sie stellen einer US-Studie zufolge mehr als zwei Drittel der Patienten, die wegen Bissverletzungen der Hand zum Teil sogar stationär versorgt werden müssen.

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Das muss Liebe sein.

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ROCHESTER. Fast jeder dritte Patient mit einem Katzenbiss in die Hand muss einer retrospektiven US-Studie zufolge stationär mit einer operativen Wundtherapie und i.v.-Antibiotika versorgt werden. Besonders komplikationsträchtig waren Bisse im Bereich von Sehnenscheiden oder Gelenken. Auch Schwellungen, Erytheme oder starke Schmerzen gingen häufig mit einer Klinikeinweisung einher.

Ein Katzenbiss in die Hand kann schwere Komplikationen nach sich ziehen. Um die Gesamtmorbidität und die Risikofaktoren für die Notwendigkeit einer stationären Behandlung zu ermitteln, analysierten Dr. Nikola Babovic und Kollegen von der Mayo Clinic in Rochester die Daten aller Patienten, die sich in den Jahren 2009 bis 2011 wegen einer Katzenbissverletzung vorgestellt hatten.

Die Patienten begaben sich im Schnitt 27 Stunden nach dem Ereignis in medizinische Behandlung. Insgesamt 30 Prozent der 193 untersuchten, zu 69 Prozent weiblichen Patienten mit einem mittleren Alter von 49 Jahren mussten stationär behandelt werden (JHS 2014; 39(2): 286-290).

Entweder wurden die Verletzten direkt in die Klinik eingewiesen oder nach einer erfolglosen ambulanten oralen Antibiotikatherapie. Die stationäre Verweildauer betrug durchschnittlich 3,2 Tage.

Patienten mit Bissverletzungen über einem Gelenk oder einer Sehne wurden häufiger stationär behandelt als Patienten mit Weichteilschäden. Als weitere unabhängige Risikofaktoren für einen Klinikaufenthalt nach Katzenbiss zeigten sich in der multivariaten Analyse Erytheme und Schwellungen.

Bei 14 Patienten waren Sehnen und bei zwei Patienten Nerven in Mitleidenschaft gezogen, bei weiteren 14 war das betroffene Gelenk nach der Infektion weniger beweglich, und bei sechs Patienten bildeten sich Abszesse.

Zwei Drittel der stationär aufgenommenen Patienten erhielten Wundspülungen und Debridement, acht Patienten benötigten sogar mehrere solcher Prozeduren. Alle ambulanten Patienten wurden bis auf drei mit einer oralen Antibiotikatherapie, meist Amoxicillin/Clavulansäure, versorgt, die in 86 Prozent der Fälle erfolgreich war.

Die 14 Prozent Therapieversager wurden mit verschlechterten Symptomen letztlich doch stationär aufgenommen. Bei den insgesamt 50 Patienten, bei denen mikrobiologische Kulturen angelegt worden waren, wurde in den meisten Fällen der fakultative Anaerobier Pasteurella multocida isoliert.

Die Ergebnisse der Studie sollten nach Ansicht der Autoren das Bewusstsein für die Gefahr schwerer Infektionen und Komplikationen nach einem Katzenbiss schärfen. Eine solche Verletzung muss so schnell wie möglich und je nach Fall von einem Handchirurgen versorgt werden.

Nicola Babovic und Kollegen warnen eindringlich vor dem Verschließen der Bisswunde. Ausnahme sei die Situation nach Inzision und Drainage mit Debridement, wenn Sehnen, Knochen, Gelenke oder neurovaskuläre Strukturen freiliegen. Prospektive Studien wären hilfreich, um standardisierte Behandlungsprotokolle zu etablieren. (St)

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