Deutschland

Tigermücke wahrscheinlich kaum verbreitet

In Frankreich wurden kürzlich autochthone Zika-Fälle bekannt, übertragen von Tigermücken. Wie steht es um die Population in Deutschland?

Veröffentlicht: 25.10.2019, 16:58 Uhr

Berlin. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich in diesem Jahr in Deutschland wahrscheinlich wenig ausgebreitet. „Wir kennen nur zwei neue Populationen in Bayern. Eine in München und eine in Fürth“, sagte Dr. Doreen Werner, Mückenforscherin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung im brandenburgischen Müncheberg (Zalf). Nachweise habe es darüber hinaus nur an bereits bekannten Fundstellen gegeben, etwa in Frankfurt am Main, Heidelberg, Freiburg, dem Oberrheingraben und Jena.

Tigermücken können ja Erreger wie das Zika-, Chikungunya- und Dengue-Virus übertragen. Für Deutschland gilt das bisher noch als wenig wahrscheinlich, weil sich die Viren – abgesehen von Chikungunya – nur bei hohen Temperaturen gut in den Mücken vermehren können. In Südfrankreich wurden nun aber die ersten Zika-Fälle in Europa gemeldet, die von dort heimischen Tigermücken übertragen wurden.

Eine repräsentative Übersicht über die Tigermücken-Bestände in Deutschland gibt es nicht. Für Hinweise auf Populationen ist Werner auf die Mithilfe der Bevölkerung für das Forschungsprojekt „Mückenatlas“ angewiesen. Jeder Interessierte kann dafür tote Stechmücken – gleich welcher Art – an das Zalf in Müncheberg schicken. Dort werden sie in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit bestimmt. Bislang schickten private Mückenjäger rund 24 400 Tiere ein. In Deutschland gibt es geschätzt 50 unterschiedliche Mückenarten, weltweit rund 3500.

Asiatische Tigermücken waren in Deutschland früher nicht heimisch. Mit dem Klimawandel hat sich das geändert. Theoretisch könnten Tigermücken inzwischen sogar im Norden Deutschlands überleben, erläuterte Werner. Das hätten kontrollierte Tests auf der Ostsee-Insel Riems gezeigt. Nachgewiesen wurden die Mücken im Norden bisher noch nicht. (dpa)

Mehr Informationen unter https://mueckenatlas.com/

Mehr zum Thema

Indikation sorgfältig prüfen!

Mehr akute Darminfekte bei Dauertherapie mit PPI

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Immer mehr Platzwunden vom Handy

Kopf-Hals-Verletzungen

Immer mehr Platzwunden vom Handy

Wo Syphilis besonders oft auftritt

Deutschland

Wo Syphilis besonders oft auftritt

Europäische Myokardinfarkt-Leitlinie in der Diskussion

EXCEL-Studie: Bypass oder Stent?

Europäische Myokardinfarkt-Leitlinie in der Diskussion

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden